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Suspendierung Pfarrer Jakob Eder

Unterschriftenaktion

967 Personen unterstützten mit Ihrer Unterschrift beiliegendes Schreiben an den Generalvikar des Bistums Regensburg.

Vergelts Gott

Eltern, Erzieher und in kirchlicher Jugendarbeit Engagierte

Eltern, Erzieher und
in kirchlicher Jugendarbeit Engagierte
stellvertretend für die Kinder
der Pfarrgemeinde Parkstein

An Herrn Diözesanbischof
Dr. Gerhard Ludwig Müller
Niedermünstergasse 1
93047 Regensburg

Parkstein, 14.12.10

Sehr geehrter Herr Diözesanbischof,

wir als Eltern, Erzieher und in kirchlicher Jugendarbeit Engagierte wenden uns stellvertretend für die Kinder aus unserer Pfarrgemeinde an Sie mit der Bitte, sich persönlich dafür einzusetzen, dass eine für uns alle unerträgliche Situation schnellstmöglich ein Ende findet.

Wie mit unserem Pfarrer Jakob Eder in der letzten Woche verfahren wurde dürfte Ihnen bekannt sein. Dazu zunächst unsere Stellungnahme.

Während der neunjährigen Amtszeit unseres Herrn Pfarrers hat sich in unserer Pfarrgemeinde aus Sicht der Kinder außergewöhnlich viel verändert. Dies lässt sich ganz allgemein in der Aussage zusammenfassen: Kinder sind in den Gottesdiensten und im Leben der Pfarr-gemeinde nicht nur erwünscht, sondern werden ausdrücklich willkommen geheißen und als eigenständige Gruppe angesprochen - so wie Herr Pfarrer Eder seine Predigten stets mit den Worten begann: „Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Brüder und Schwestern!“. Über sein Wirken in unserer Pfarrgemeinde kann man guten Gewissens die Worte setzen: „Lasst die Kinder zu mir kommen!“

Dabei gab unser Pfarrer viele Aufgaben an engagierte Laien weiter, denen er immer genau im richtigen Maß sowohl viel Eigenverantwortung übertrug, als auch gleichzeitig jederzeit helfend und beratend zur Seite stand. Dies zeigt sich u.a. in folgenden Tatsachen:

Seit Pfarrer Jakob Eder bei uns sein Amt aufgenommen hat

· finden regelmäßig an einem Sonntag im Monat Familiengottesdienste statt, die von einem Team zusammen mit dem Pfarrer vorbereitet und durchgeführt werden.

· wurde erst im letzten Jahr eine „Kinderkirche“ für Kleinkinder gegründet, die von Anfang an gut angenommen wurde. Sie findet ebenfalls jeweils an einem Sonntag im Monat statt und wird von sechs Frauen in Absprache mit dem Pfarrer vorbereitet.

· wird von den Eltern der Kommunionkinder zusammen mit dem Pfarrer jeweils ab Dezem-ber bis Mai monatlich einmal die Schülermesse am Mittwoch wie auch ein Kinderkreuz-weg, eine Kindermaiandacht usw. gestaltet. Dabei bringen sich die (Kommunion-) Kinder mit selbst formulierten Fürbitten, mit Instrumentalstücken, einer improvisierten Band, mit kleinen Rollenspielen und als Vorleser und Vorbeter mit großer Begeisterung ein.

· haben sich die Ministranten auf über 90 verdreifacht. Allein von den letztjährigen 17 Kommunionkindern wurden 8 Ministranten/ -innen. Die Ministranten sind selbst  organi-siert und treten in der Pfarrgemeinde immer wieder mit eigenen Aktionen auf. Einer der ehemaligen Ministranten ist unser Primiziant Josef Hausner.

· hat sich der Kirchenchor zunehmend verjüngt und hat nun (mit mehreren Jugendlichen als Sänger/-innen) ein Durchschnittsalter, von dem andere Chöre nur träumen können. Zusätzlich gibt es einen Kinderchor, der sich zu speziellen Anlässen wie zur Gestaltung von Erstkommunion oder Krippenspiel jeweils einige Wochen vorher zu Proben trifft.

· bringt sich die Jugendblaskapelle unserer Gemeinde bei unzähligen Anlässen zu Kirchenzügen, Messgestaltung und Ereignissen wie dem Weihnachtsanblasen ein.

· wurden zwei Kinderbibeltage vom Pfarrgemeinderat organisiert, von einigen fleißigen Eltern mitgetragen und von vielen Kindern besucht.

Wie gern und wie vielfältig sich die Kinder in unserer Pfarrgemeinde engagieren zeigte sich eindrucksvoll bei der Primiz im diesjährigen Sommer: Die Kinder des Kindergartens begrüßten den Primizianten beim Heimatempfang mit Liedern. Die Schulkinder erinnerten ihn mit vorgetragenen Versen an einige Stationen in seinem Leben. Viele Kinder und Jugendliche beteiligten sich mit dem Legen von Blumenteppichen am Schmuck der Gemeinde. Die Kommunionkinder und fast alle Ministranten nahmen ebenso wie viele andere Kinder mit ihren Eltern bei sengender Hitze vom Kirchenzug bis über die Messe gern an den Feierlich-keiten teil. Die Jugendblaskapelle (hauptsächlich aus Kindern und Jugendlichen bestehend) übernahm einen Großteil der musikalischen Gestaltung und fuhr sogar mit Bussen nach Regensburg, um dem Primizianten nach der Messe im Dom ein feierliches Geleit zu geben.

Eine derartige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am kirchlichen Leben ist – wie Sie sicher wissen - in der heutigen Zeit eine Seltenheit, an der in unserer Pfarrgemeinde unzählige Laien zusammen mit unserem Pfarrer gearbeitet haben und auf die wir stolz sind.

Unsere Kinder kennen unseren Herrn Pfarrer als einen Menschen, der sich um sie bemüht, der ihnen auf Augenhöhe begegnet, der mit seiner respektvollen und herzlichen Art immer aufmerksam ist für ihre Sorgen.

Natürlich haben ihn unsere Kinder auf einem Foto in unserer Tagezeitungen sofort erkannt, ebenso wie sie seinen Namen im Radio nicht überhören konnten. Und nicht wenige Eltern sahen sich völlig unvorbereitet gezwungen, ihren 6-10jährigen Kindern beim Frühstück erklären zu müssen, was denn ein „sexueller Missbrauch“ überhaupt sei und was das mit unserem Herrn Pfarrer zu tun habe.

Bei unseren Kindern, die das Geschehen eher gefühlsmäßig als über den Verstand erleben, ist aus diesen vergangenen Tagen heraus eine tiefe Verunsicherung entstanden und viele Fragen stehen offen im Raum, die wir ihnen als Eltern auch nicht beantworten können:

Hat Herr Pfarrer Eder wirklich etwas Schlimmes getan? Warum musste er gehen, ohne sich verabschieden zu können? Kommt er wieder? Und vor allem auch: Wird alles das, was er bei uns geleistet und aufgebaut hat, nun im Nachhinein überschattet von einer Tat aus der Vergangenheit, die für uns ungreifbar im Raum steht?

Wir glauben es nicht und versuchen das auch unseren Kindern zu vermitteln.

Doch sind uns - ebenso wie auch unserem Herrn Pfarrer, dem keine Gelegenheit gegeben wurde, sich vor den Kindern zu rechtfertigen - dabei die Hände gebunden, solange wir nicht wissen, wessen er genau angeklagt ist. Dieser Zustand „in der Schwebe“ ist vor allem für unsere Kinder wie auch für uns unerträglich.

Deshalb bitten wir Sie inständig, die am inneren Frieden unserer Kinder durch Ihr übereiltes Handeln entstandenen Schäden durch Ihre aktive Mithilfe an der schnellstmöglichen Aufklärung der Tatsachen zumindest teilweise wieder gut zu machen. Wie unsere Kinder so hoffen auch wir Eltern weiterhin auf die Unschuld unseres Herrn Pfarrers und dass er bald zu uns zurückkommen wird. Bitte helfen Sie uns dabei, dies zu verwirklichen!

Mit freundlichen Grüßen,
Eltern, Erzieher und in kirchlicher Jugendarbeit Engagierte
für ihre Kinder

(siehe die beigefügten Unterschriftenlisten)

es unterzeichneten:

alle mit der Vorbereitung und Durchführung von Kinderkirche und Familiengottesdiensten betrauten Frauen und Männer

der Leiter des Kirchenchores

die Leiterin des Kinderchores (die „nebenbei“ seit 21 Jahren verantwortlich für das Krippenspiel in der Kirche ist)

der Dirigent der Jugendblaskapelle

alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen des Kindergartens

alle Elternbeiräte des Kindergartens

Sein Leben wird zerstört

D.N.T., Parkstein, 11.12.2010, phs

Justiz verfügt nach wie vor über keine konkreten Vorwürfe gegen Pfarradministrator Jakob Eder

Der Fall des suspendierten Pfarradministrators Jakob Eder gibt weiter Rätsel auf. Das mutmaßliche Opfer, das den Geistlichen des sexuellen Missbrauchs bezichtigt, hat sich noch nicht bei der Staatsanwaltschaft gemeldet.

Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer ist dennoch zuversichtlich, dass er in der Angelegenheit vorwärts kommt: "Es gibt gewisse Vorstellungen zur Ermittlungstaktik, aber wir sehen uns nicht unter Zeitdruck."

Doch mit jedem Tag, der verstreicht, steht der Beschuldigte länger am Pranger, obwohl auch die Diözese Regensburg ausdrücklich betont, dass bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung für Eder gilt. Am Dienstag war das Bistum mit den Vorwürfen gegen den Pfarradministrator an die Öffentlichkeit gegangen - gemäß den neuen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz, wie Pressesprecher Clemens Neck betont. Den Namen Eder habe man gleich mitgeliefert, weil der Pfarradministrator im Gespräch mit Generalvikar Michael Fuchs geäußert habe, dass er ohnehin von sich aus zu den Vorwürfen gegenüber der Pfarrgemeinde Stellung beziehen werde.

Damit sieht die Diözese ihren Part zunächst mal als erledigt an. "Wir sind keine Ermittlungsinstanz. Wir haben das `Opfer´ aber darauf aufmerksam gemacht, sich an die Staatsanwaltschaft zu wenden", erklärte Neck. Die Entpflichtung Eders sei erfolgt, "um den Pfarradministrator zu schützen".

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Formulierung in der Mitteilung aus Regensburg, dass Details der angeblichen Verfehlung "auf Wunsch der Seite des Opfers" nicht bekannt gegeben werden. Das könnte eventuell darauf hindeuten, dass das mutmaßliche Opfer sich gar nicht selbst in Regensburg gemeldet hat.

In Parkstein herrscht inzwischen Fassungslosigkeit über die Vorgänge (Seite 20). Bürgermeister Hans Schäfer hat an Bischof Gerhard Ludwig Müller bereits einen geharnischten Brief geschrieben, in dem er seinem Ärger über den Umgang mit Eder Luft macht. "Er ist ein überaus beliebter Seelsorger. Sein Leben wird zerstört. Die ganze Gemeinde steht hinter ihm", sagt der Rathauschef. Er habe über die Vorwürfe auch selbst mit Eder gesprochen. "Er kann es sich nicht erklären. Und es ist mit Sicherheit nichts aus seiner Parksteiner Zeit." Eder betreut seit 2001 die katholischen Gemeinden Parkstein und Kirchendemenreuth.

Mail von Franz-Xaver Eder an das Bistum Regensburg

Von: Franz-Xaver Eder [mailto:Franz-Xaver.Eder@online.de] gesendet: Montag, 13. Dezember 2010 11:07 an: 'info@bistum-regensburg.de'

An die Verantwortlichen im Bistum Regensburg
Betreff: Amtsenthebung von Pfarradministrator Jakob Eder, Parkstein.

Durch die Amtsenthebung von Pfr. Jakob Eder am 8.12.10 wurde einiger Wirbel ausgelöst. Nicht nur in der Pfarrei Parkstein selber, sondern auch bei den Verwandten und Freunden.

Das Sonderbare ist, dass weder die Staatsanwaltschaft, die dabei eingeschaltet wurde, noch der Rechtsanwalt Clemens Sammet die Hintergründe kennt und nicht erfahren hat oder erfahren darf. Weder der Name, noch die Mißbrauchstat im Detail noch das Datum bzw. Jahr ist bekannt.

Ich verstehe eine Anzeige oder Veröffentlichung, wenn klare Verhältnisse und konkrete Anzeigen bestehen und mitgeteilt werden.

Ich verstehe aber nicht, dass solche öffentliche Anprangerung und Amtsenthebung erfolgt, wenn niemandem nähere Angaben gemacht werden, weder dem Opfer noch den Betroffenen des Opfers, noch der betroffenen Pfarrgemeinde.

Papst Benedikt XVI schreibt (in Bezug auf Mißbrauchsfälle) einmal „von der vollen Wahrheit, die unbeirrt aufgedeckt werden soll“. Das soll aber auch für die Information an die Angeklagten bzw. Angezeigten oder Verdächtigten gelten.

Da m. E. das angebl. Vergehen bzw. Missbrauch verjährt scheint, ist es noch unvorstellbarer, wenn vonseiten des Bistums „Geheimnis-Krämerei“ bzw. „Hexenjagd“ betrieben wird. Dann sind die dunklen Machenschaften der heutigen Zeit nicht besser als die zur Zeit der Hexenverbrennung – verantwortet durch die kath. Kirche.

Jakob Eder kann den ihm vorgeworfenen Missbrauch an Jugendlichen nicht einordnen.

Und wenn im Fall einer „Seifenblase“ später eine Entschuldigung nachkommt, ist es immer schwieriger, zu rehabilitieren. (Siehe die Geschichte mit den beiden Ettaler Mönchen, die angeklagt wurden, wochenlang durch die Presse gezogen wurden, und später rehabilitiert wurden).

Im Namen der Geschwister, Freunde und Verwandten von Jakob Eder  möchte ich die Anfrage stellen:

Was steckt wirklich hinter Ihrer Entscheidung zur Amtsenthebung v. Jakob Eder?

  • Ist es ein später Racheakt eines Zöglings?
  • Ist es die Hoffnung eines angebl. Opfers auf finanzielle Entschädigung?
  • Ist es Profilierungssucht des Bischofs, damit er sich später höhere Kirchenämter erhoffen darf? (z.B. Ernennung zum Kardinal, Nachfolger von Kardinal Marx, falls dieser nach Rom berufen würde?)
  • Ist es übereifrige Auslegung der Richtlinien der dt. Bischofskonferenz zu Mißbrauchsfällen.

    Falls:
  • Warum geben sie keine Einzelheiten zur Anklage bzw. Anzeige bekannt?
  • Falls schwere Gründe vorliegen, akzeptieren wir es.
  • Falls nicht, warum agieren Sie so?

 Ihr Franz Xaver Eder, im Namen der Verwandten

Schreiben an den Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für sexuellen Mißbrauch Minderjähriger im kirchlichen Bereich Bischof Ackermann

Leserbrief Ehepaar

Zur Berichterstattung über die Vorwürfe gegen den Parksteiner Pfarradministrator Jakob Eder:

 Leserbrief NT vom 11.12.2010 

Verdienten Geistlichen vorverurteilt

Vor nicht allzu langer Zeit konnten wir ein Bild von Herrn Pfarrer Jakob Eder in Ihrer Zeitung im Zusammenhang mit einer großen Ehrung durch die Gemeinde Parkstein sehen. Um so größer war der Schock über die Nachricht eines angeblichen sexuellen Missbrauchs. Wir haben als Lehrer und Lehrerin an der Volksschule Windischeschenbach jahrelang vertrauensvoll mit Jakob Eder zusammengearbeitet, als er Leiter des hiesigen Kinderheims war. Wir kennen ihn als verantwortungsbewussten Pädagogen, der nicht an einen Acht-Stunden-Tag dachte, dem das Wohl der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen stets am Herzen lag, der allerdings im Sinne einer kindorientierten Erziehung auch unbequeme Entscheidungen im Rahmen seiner pädagogischen Aufgaben treffen musste. Könnten nicht vielleicht verspätete Rachegelüste die Ursache für derartige Anschuldigungen sein? Wir glauben nicht an derartige Verfehlungen von Jakob Eder als Heimleiter. Trotzdem sind wir der Ansicht, dass den Vorwürfen nachgegangen werden muss. Ist es aber richtig, einen bislang unbescholtenen, nachweislich verdienten Geistlichen derart bloßzustellen und "vorzuverurteilen"? Nachdem die Kirche jahrzehntelang derartige Vorfälle in "Eigenregie" behandelte, geht sie jetzt offenbar denselben Weg, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Wie wäre es sonst zu erklären, dass weder Anwalt noch Staatsanwaltschaft bis zum 9. Dezember über Hintergründe informiert waren?

Unserer Meinung nach müssten diese Institutionen doch als erste die nötigen Informationen erhalten, bevor die getroffenen Maßnahmen eingeleitet werden. Die Vorgehensweise der kirchlichen Stellen mag rechtens sein. Für uns sind sie jedoch angesichts der wertvollen Lebensleistung des Geistlichen nicht nachvollziehbar. Vielleicht gibt dieser Brief Jakob Eder ein bisschen Kraft, diese schwierige Zeit durchzustehen.

Gertraud und Ferdinand Schraml Windischeschenbach

Brief Bgm. Hans Schäfer

Leserbrief NT vom 11.12.2010

Rückendeckung mit ganzem Herzen

Die Diözese Regensburg weist zwar darauf hin, "dass die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils gilt", davon war jedoch in der Berichterstattung bezüglich des Missbrauchsvorwurfs um Pfarrer Jakob Eder nicht viel zu spüren. Unsere ganze Kirchengemeinde ist entsetzt, dass es rechtens zu sein scheint, einen beliebten und äußerst menschlichen Seelsorger ohne Beweise öffentlich an den Pranger zu stellen und zu demütigen. Und das, obwohl weder die Staatsanwaltschaft bislang die Vorwürfe bestätigen noch die Diözese den Vorwurf konkretisieren konnte. Ein einziger (anonymer!) Anruf scheint also zu genügen, um jemandes ausgezeichneten Leumund zu schädigen.

Wir für unseren Teil können nur sagen, dass wir mit ganzem Herzen und guten Gewissens hinter unserem Pfarrer stehen. Einem Pfarrer, der in seiner neunjährigen Amtszeit bei uns in Parkstein stets die Jugend gefördert hat, die Pfarrgemeinde lebendig werden ließ, der Vieles aufgebaut hat und der immer ein offenes Ohr für sämtliche Belange hatte. Es ist sicher kein Zufall, dass unter Pfarrer Eder zwei junge Männer der Pfarrei den Berufungsweg des Priesters eingeschlagen haben. Und das in einer Zeit des akuten Priestermangels! Die ersten Früchte dieser Förderung konnten wir bereits ernten: Uns allen ist die Ausrichtung der Primiz im Sommer 2010 in bester Erinnerung - eine immense Herausforderung für jeden Seelsorger!

An dieser Stelle wollen wir eine gewaltige Lanze für unseren Heimatpriester brechen und bitten inständig alle Leser, unvoreingenommen das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten. Beten wir dafür, dass Pfarrer Eder in der kommenden Zeit die Kraft des Heiligen Geistes spüren darf, um an dieser üblen Nachrede nicht zu zerbrechen. Nur der liebe Gott allein weiß, was wirklich geschehen ist, und er ist es, der uns den richtigen Weg zeigen wird, der unsere Gemeinde trägt und der uns hoffentlich unseren Pfarrer wiederschenken wird.

Stellvertretend für die Pfarr- und Marktgemeinde Parkstein im Dezember 2010: Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Pfarrsekretärin, Ministranten, Männerverein, Frauenbund, Katholischer Burschenverein mit Mädchengruppe, Jugendgruppe, Kirchenchor, KAB, Mesnerinnen, Bibelkreise, Markt Parkstein vertreten durch Bürgermeister Hans Schäfer und Jugendblaskapelle

Leserbrief der Pfarrei St. Pankratius Parkstein an den Neuen Tag

Die Diözese Regensburg weist zwar darauf hin, „dass die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils gilt“, davon war jedoch in der Berichtserstattung bzgl. des Missbrauchsvorwurfs um Pfr. Jakob Eder nicht viel zu spüren (Der Neue Tag vom 08.12.2010). Unsere ganze Kirchengemeinde ist entsetzt, dass es rechtlich zu sein scheint, einen beliebten und äußerst menschlichen Seelsorger ohne Beweise öffentlich an den Pranger zu stellen und zu demütigen. Und das, obwohl weder die Staatsanwaltschaft bislang die Vorwürfe bestätigen noch die Diözese den Vorwurf konkretisieren konnte. Ein einziger (anonymer!) Anruf scheint also zu genügen, um jemands ausgezeichneten Leumund zu schädigen.

Wir für unseren Teil können nur sagen, dass wir mit ganzem Herzen und guten Gewissens hinter unserem Pfarrer stehen. Ein Pfarrer, der in seiner 9jährigen Amtszeit bei uns in Parkstein stets die Jugend gefördert hat, die Pfarrgemeinde lebendig werden ließ, der Vieles aufgebaut hat und der immer ein offenes Ohr für sämtliche Belange hatte. Es ist sicher kein Zufall, dass unter Pfr. Eder zwei junge Männer der Pfarrei den Berufungsweg des Priesters eingeschlagen haben. Und das in einer Zeit des akuten Priestermangels! Die ersten Früchte dieser Förderung konnten wir bereits ernten: uns allen ist die Ausrichtung der Primiz im Sommer 2010 in bester Erinnerung – eine immense Herausforderung für jeden Seelsorger!

An dieser Stelle wollen wir eine gewaltige Lanze für unseren Heimatpriester brechen und bitten inständig alle Leser, unvoreingenommen das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten. Beten wir dafür, dass Pfr. Eder in der kommenden Zeit die Kraft des Hl. Geistes spüren darf, um an dieser üblen Nachrede nicht zu zerbrechen. Nur der liebe Gott allein weiß, was wirklich geschehen ist und er ist es, der uns den richtigen Weg zeigen wird, der unsere Gemeinde trägt und der uns hoffentlich unseren Pfarrer wiederschenken wird.

Die Pfarrgemeinde Parkstein im Dezember 2010

Verdienten Geistlichen vorverurteilt

Zur Berichterstattung über die Vorwürfe gegen den Parksteiner Pfarradministrator Jakob Eder:

Vor nicht allzu langer Zeit konnten wir ein Bild von Herrn Pfarrer Jakob Eder in Ihrer Zeitung im Zusammenhang mit einer großen Ehrung durch die Gemeinde Parkstein sehen. Um so größer war der Schock über die Nachricht eines angeblichen sexuellen Missbrauchs. Wir haben als Lehrer und Lehrerin an der Volksschule Windischeschenbach jahrelang vertrauensvoll mit Jakob Eder zusammengearbeitet, als er Leiter des hiesigen Kinderheims war. Wir kennen ihn als verantwortungsbewussten Pädagogen, der nicht an einen Acht-Stunden-Tag dachte, dem das Wohl der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen stets am Herzen lag, der allerdings im Sinne einer kindorientierten Erziehung auch unbequeme Entscheidungen im Rahmen seiner pädagogischen Aufgaben treffen musste.

Könnten nicht vielleicht verspätete Rachegelüste die Ursache für derartige Anschuldigungen sein? Wir glauben nicht an derartige Verfehlungen von Jakob Eder als Heimleiter. Trotzdem sind wir der Ansicht, dass den Vorwürfen nachgegangen werden muss. Ist es aber richtig, einen bislang unbescholtenen, nachweislich verdienten Geistlichen derart bloßzustellen und "vorzuverurteilen"? Nachdem die Kirche jahrzehntelang derartige Vorfälle in "Eigenregie" behandelte, geht sie jetzt offenbar denselben Weg, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Wie wäre es sonst zu erklären, dass weder Anwalt noch Staatsanwaltschaft bis zum 9. Dezember über Hintergründe informiert waren?

Unserer Meinung nach müssten diese Institutionen doch als erste die nötigen Informationen erhalten, bevor die getroffenen Maßnahmen eingeleitet werden. Die Vorgehensweise der kirchlichen Stellen mag rechtens sein. Für uns sind sie jedoch angesichts der wertvollen Lebensleistung des Geistlichen nicht nachvollziehbar. Vielleicht gibt dieser Brief Jakob Eder ein bisschen Kraft, diese schwierige Zeit durchzustehen.

Gertraud und Ferdinand Schraml, Windischeschenbach

Stellungnahme zur Entpflichtung von Pfarrer Jakob Eder

Am Montag, 6. Dezember 2010, hat Generalvikar Michael Fuchs Pfarrer Jakob Eder in einem Gespräch in Regensburg darüber informiert, daß gegen ihn „ein Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger in der Vergangenheit“ vorliegt. Pfarrer Jakob Eder wurde daraufhin am 7. Dezember 2010 per Dekret von seinen Pflichten als Pfarradministrator von Parkstein und Kirchendemenreuth mit sofortiger Wirkung entbunden.

Gleichzeitig wurde Pfarrer Eder aufgegeben, seine Wohnung im Pfarrhaus in Parkstein „unverzüglich“ zu verlassen.

Weder Herrn Pfarrer Jakob Eder noch der von ihm beauftragten Anwaltskanzlei hat die Diözese bislang mitgeteilt, welche konkreten Handlungen gegenüber wem und zu welcher Zeit zur Entpflichtung geführt haben. Herrn Pfarrer Eder war und ist es deshalb nicht möglich, den Vorwurf einzuordnen und hierzu Stellung zu nehmen. Die anschuldigende Person möchte nach Mitteilung der Diözese offensichtlich anonym bleiben.

Nach Auskunft des von Pfarrer Eder beauftragten Rechtsanwalts liegt auch der Staatsanwaltschaft keine Mitteilung vor. Es findet insofern aktuell kein rechtsstaatliches Ermittlungsverfahren gegen Herrn Jakob Eder statt.

An dieser Stelle möchte Herr Pfarrer Jakob Eder allen Pfarrangehörigen seinen herzlichen Dank für die gemeinsame Zeit in Parkstein und Kirchendemenreuth übermitteln, allen ein herzliches Vergelt’s Gott für die Mit- und Zusammenarbeit in der Pfarrgemeinde aussprechen und danken für die tröstenden, aufmunternden, Kraft gebenden und mitfühlenden Worte und Zeichen.

Er wünscht allen Pfarrangehörigen einen guten Weg im Miteinander, Zuversicht und Gottes Segen.

Halt’s zsamm !

Ingrid Riebl
Pfarrbüro St. Pankratius Parkstein und Expositur Kirchendemenreuth

Stellungnahme Bistum Regensburg

Pfarrer Jakob Eder vom Dienst suspendiert

Parkstein, 07.12.2010, phs, 202 Mal gelesen.

Vorwurf: sexueller Missbrauch
Pfarradministrator Jakob Eder seit Dienstag nicht mehr in Amt und Würden 

Seit Dienstag ist Pfarradministrator Jakob Eder vom Dienst suspendiert. Offiziell hat ihn die Diözese Regensburg per Dekret von seinen seelsorgerischen Aufgaben "entpflichtet". Grund seien Vorwürfe sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der Vergangenheit, erklärte Generalvikar Michael Fuchs.

Das mutmaßliche Opfer hat sich offensichtlich am Montag an die Diözese gewandt, die gemäß den neuen Leitlinien der Bischofskonferenz unverzüglich handelte und die Staatsanwaltschaft Weiden einschaltete. Wenige Stunden zuvor hatte Eder wohl einen Termin bei Fuchs.

 

Parkstein, 08.12.2010, phs, 2494 Mal gelesen. 

Diözese entfernt Pfarradministrator
Missbrauchsvorwurf: Bistum schaltet Staatsanwalt ein 

Was der Pfarradministrator von Parkstein und Kirchendemenreuth (Kreis Neustadt/WN) getan hat oder auch nicht, bleibt offen. Doch dass die neuen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz schnelle und eindeutige Reaktionen verlangen, sobald der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs im Raum steht, machte die Diözese Regensburg am Dienstagnachmittag deutlich.

Vor wenigen Tagen bezichtigte jemand den 68-Jährigen in Regensburg, dass es in seinem oder ihrem Fall zu einer Verfehlung gegenüber Minderjährigen gekommen sei. In welcher Zeit ist nicht bekannt. Am Dienstag entfernte das Bistum den Geistlichen aus dem Amt und schaltete die Staatsanwaltschaft in Weiden ein. "Das Opfer sieht sich psychisch nicht in der Lage, auszusagen", sagte Clemens Neck, Pressesprecher der Diözese, zu den Vorwürfen. "Wir sprechen nicht weiter drüber." Nun ist also die Staatsanwaltschaft gefordert. Der Rechtsbeistand des Seelsorgers, Clemens Sammet aus Weiden, hatte bisher noch keine Akteneinsicht. "Mein Mandant kann die Vorwürfe nicht einordnen", sagt der Anwalt. "Auf Nachfrage wurde bislang nichts konkretisiert", teilte er nach einem halbstündigen Telefonat mit Generalvikar Michael Fuchs mit.

Zwar weist auch Regensburg darauf hin, dass die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils gilt, allerdings ist Sammet mit der Informationspolitik der Diözese nicht ganz einverstanden: "Ich finde es ziemlich daneben, dass man gleich öffentlich den Namen nennt. Das könnte eine Reaktion darauf sein, dass man in der Vergangenheit vieles unter dem Deckel gehalten hat."

Der Pfarradministrator selbst hat mit den Kirchenpflegern von Parkstein und Kirchendemenreuth über die Vorwürfe gesprochen. Von 1975 bis 2000 arbeitete er als Erziehungsleiter im Kinderheim St. Elisabeth in Windischeschenbach.


Parkstein, 09.12.2010, phs, 163 Mal gelesen.

Im Fall Eder vieles noch offen 

Die Information aus der Diözese Regensburg, dass sie den Parksteiner Pfarrer Jakob Eder wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger entpflichtet hat, stellt Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer vor ein Problem. Die Staatsanwaltschaft kenne nur den Inhalt der Pressemitteilung, auf der die Recherchen unserer Zeitung beruhen.

"Man muss wohl einen gewissen Anfangsverdacht herauslesen", sagt Schäfer. Er wisse aber weder den Namen des mutmaßlichen Opfers, noch etwas Konkretes über das Vergehen, das dem Pfarrer zur Last gelegt wird. Daher rechnet der Strafverfolger nicht damit, dass es dieses Jahr noch handfeste Ergebnisse gibt.

"Das Bistum ist wohl aus innerkirchlichen Überlegungen in die Offensive gegangen", vermutet Schäfer. In Regensburg wisse man wohl, dass es die Staatsanwaltschaft schwer haben werde, etwas zu unternehmen. Schäfer: "Es ist auch die Frage, wer in der Kirche damit befasst ist. Möglicherweise Personen, die nicht zur Aussage verpflichtet sind. Auch Fragen der Verjährung könnten im Raum stehen."

 

Parkstein, 09.12.2010, phs, 94 Mal gelesen. 

Gemeinde steht hinter Pfarrer 

In Parkstein herrscht Fassungslosigkeit. Vertreter von Markt- und Pfarrgemeinde nehmen öffentlich Pfarradministrator Jakob Eder in Schutz, den die Diözese nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs vom Dienst suspendiert hat. In einem Leserbrief brechen sie "eine gewaltige Lanze für unseren Heimatpriester". Bürgermeister Hans Schäfer gegenüber dem NT: "Er ist ein überaus beliebter Seelsorger. Sein Leben wird zerstört. Die ganze Gemeinde steht hinter ihm." Das mutmaßliche Opfer hat sich noch immer nicht bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. (Seiten 20 und 33)

 

Parkstein, 15.12.2010, phs, 173 Mal gelesen. 

"Opfer" kein Phantom mehr
Missbrauchsvorwurf gegen Pfarradministrator Jakob Eder nicht mehr anonym 

In den Fall des suspendierten Parksteiner Pfarradministrators Jakob Eder könnte Bewegung kommen. Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer teilte am Dienstag auf Anfrage mit, dass die Person, die dem Geistlichen sexuellen Missbrauch vorwirft, der Justiz mittlerweile bekannt ist.

Schäfer verriet allerdings nicht, ob er oder sie sich selbst bei der Staatsanwaltschaft gemeldet hat. "Die Ermittlungen laufen. Es gibt derzeit keinen hinreichenden Hinweis, nicht von einem Straftatbestand auszugehen." Definitiv nicht richtig sei allerdings die Behauptung in einem Leserbrief in unserer Zeitung, dass die Diözese Eder aufgrund eines anonymen Anrufs in Regensburg vorgeladen und anschließend vom Dienst entpflichtet habe.

Der Beschuldigte ist zwischenzeitlich zu Verwandten nach Oberbayern gezogen. Sein Anwalt Clemens Sammet hat unterdessen einen Brief an das Bistum geschrieben und binnen einer Woche um die Klärung verschiedener Fragen gebeten, die sich allesamt darum drehen, was man dem Pfarradministrator konkret zur Last legt. Diese Frist läuft am Donnerstag ab.

Sollte bis dahin keine Antwort vorliegen, will Sammet rechtliche Schritte gegen die Diözese prüfen - Stichwort "üble Nachrede". Zudem denkt er über Rechtsmittel gegen das innerkirchliche Dekret zur Entpflichtung Eders von seinen Aufgaben nach. Das könnte dann auf dem Instanzenweg bis nach Rom gehen.

In der Zwischenzeit spült die Welle der Empörung über den Umgang mit Eder auch viel Solidarität mit dem Pfarradministrator nach oben. Die hat auch seinen Anwalt erreicht, der aus Windischeschenbach stammt. Dort hat Eder von 1975 bis 2000 als Erziehungsleiter im Kinderheim St. Elisabeth gearbeitet.

Ehemalige Zöglinge hätten ihn angerufen und sich für den früheren Sozialpädagogen Eder stark gemacht, berichtet Sammet: "Einer hat gesagt, dass er alles mitbekommen hätte, wenn dort früher was gewesen wäre. Aber da sei einfach nichts gewesen."