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Kapuzinerhaus

Pfarrhof mit jetzigem Kapuzinerhaus (auf alt nachgestellt)

1610

Der 1593 niedergebrannte Pfarrhof wurde 1610, zusammen mit einem Schulhausanbau neu errichtet, in dem sich später der evangelische Betsaal befand.

1663

Während im Jahr 1663 der gesamte Kirchenbesitz geteilt wurde, blieben die Pfarrkirche St. Pankratius und der Friedhof in gemeinsamem Besitz.
In Parkstein entschied das Los über die zukünftige Zugehörigkeit von Pfarrhof und Schule:
Mit der Ankunft der Kapuziner wurde auch eine Teilung des bisherigen Pfarr- und Schulhauses vorgenommen. Das Glück war den Kapuzinern hold – sie erhielten den bisher vom evangelischen Geistlichen genutzten Pfarrhof und bezogen denselben im Sommer 1663. Bisher hatten sie (wie ihre Vorgänger, die Jesuiten) in des Lieutenant Suttner’s Haus logiert.
Pastor Laurentius Pollmann musste den Pfarrhof verlassen und in dem bisherigen, nun neu reparierten Schulhaus seine Wohnung aufschlagen.
Der Schulmeister – kurzerhand aus der Wohnung des ehemaligen Schulgebäudes verwiesen – quittierte deshalb den Dienst und zog von Parkstein weg. (Ein neues katholisches Schulhaus entstand 1677.)

1682

Wegen der nur noch geringen Anzahl der Gemeindemitglieder verließ 1682 auch der evangelische Pfarrer Laurentius Pollmann Parkstein und zog nach Wildenreuth.

1705

Die leerstehende Pfarrerswohnung im Schulhaus wurde vermietet - ab 1705 an den jeweiligen  protestantischen Mesner. (26)

1724

Im Jahr 1724 wurde Philipp Kraus, bis dahin Schulhalter in Poppberg bei Sulzbach, als Schulmeister bestellt und zog in die Wohnung ein. Ab 1734 versah er auch den Mesnerdienst und begründete die lange Reihe der Mesner aus der Familie Kraus, die alle im Schulhaus wohnten. Die Tradition erlosch erst im Jahre 1975 mit dem Auszug von Hans Kraus.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts war die Familie Kraus nur noch die einzige Familie, die in Parkstein dem evangelischen Glauben anhing. Damit war wohl in der bayerischen Kirchengeschichte ein einzigartiges Kuriosum perfekt: es gab zwar eine evangelische Pfarrei Parkstein mit einer Simultankirche, einem Pfarrhaus, sowie Grundstücken und Einkünften, aber die Gemeinde bestand nur aus einer einzigen Familie. An diesem Zustand änderte sich nichts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. (26)

1903

Damit der evangelische Gottesdienst in Parkstein nicht ganz aufhöre, richtete man im Mesnerhaus (ehemaligen Schul- und Pfarrhaus) einen Betsaal ein, der am 15.11.1903 unter großer Anteilnahme der evangelischen Bevölkerung aus nah und fern von Dekan Trenkle aus Weiden im Beisein von Pfarrer Scherzer von Neunkirchen und Pfarrer Pfeifer von Thumsenreuth eingeweiht wurde. (Pfarrarchiv Wildenreuth 196a)

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fanden ungefähr vier bis sechs Mal pro Jahr Gottesdienste im Betsaal statt. (33)

1904

Die Erwähnung eines wieder von beiden Konfessionen genutzten Gebäudes geschieht nur einmal, 1904, als die Installation des neuen Pfarrers – Johann Mühlfenzl – von Dechant Kutschenreiter von Sulzbach berichtet wird. Er schreibt: „Die wenigen Protestanten (in Parkstein 4) haben einen Betsaal mit Glockenthürmchen, der über dem Stall des katholischen Pfarrers erbaut ist, wie mir gesagt wurde.“ (32)

1945

Infolge der Vertreibungen des Zweiten Weltkriegs wuchs die bis dahin aus inzwischen zwei protestantischen Familien bestehende Gemeinde vorübergehend wieder. In den Jahrzehnten nach dem Krieg kümmerten sich vor allem der aus Hirschberg in Schlesien vertriebene Studienrat Hermann Kremser und seine Tochter Frau Irmhild Schubert um das Gemeindeleben. Beide hielten regelmäßig Lesegottesdienste im Betsaal, während der Pfarrer in der Regel nur ein Mal pro Monat nach Parkstein kam und einen Gottesdienst hielt. (33)

1970

Freilich zogen viele Gemeindeglieder wieder fort; die Gemeinde schrumpfte, und am 18.7.1970 hob der evangelisch-lutherische Landeskirchenrat in München die evangelisch-lutherische Pfarrei Parkstein auf, nachdem sie 425 Jahre lang bestanden hatte. (Pfarrarchiv Wildenreuth Az 10/1) / (33)

1972 – 1986

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der evangelischen Gemeinde in Parkstein brach an, als sich der Marktgemeinderat unter der Führung von Bürgermeister Karl Lukas um die Erschließung von Baugebieten bemühte und ab 1972 laufend Grundstücke an Interessierte abgeben konnte. Mit der Entstehung dieser Siedlung stieg die Zahl der Evangelischen in Parkstein sprunghaft auf ungefähr 170 Personen. Der alte Betsaal genügte zwar weiterhin als Versammlungsstätte, doch waren die engen Räumlichkeiten und die schwierige Ortlage kaum den Anforderungen moderner Gemeindeaufbauarbeit gewachsen.
Erst in einem im evangelisch-lutherischen Landeskirchenamt in München geführten Gespräch am 3.12.1984 konnte dann die Genehmigung zum Bau eines kleinen Gemeindezentrums erzielt werden. Nach Sicherung der Zuschüsse erfolgte am 13.10.1985 die festliche Grundsteinlegung durch den Weidener Dekan Wenzel; die Einweihung fand am 14.9.1986 statt. (47)

1985

Schreiben des Evang.-Luth. Pfarramtes Wildenreuth/Opf.:

Sie haben sich um den Kauf des ehemaligen evangelischen Pfarrhauses in Parkstein, Kapuzinerweg 6, Wohnhaus, Nebengebäude, Hofraum, Garten zu 0,0570 ha beworben. Das amtliche Schätzgutachten über 65.000,- DM berücksichtigt die Nutzung des Kellers durch den röm.-kath. Pfarrer.

1986

Kirchenverwaltung St. Pankratius Parkstein, 02.03.1986:

Die Kath. Kirchenverwaltung Parkstein beschließt den Kauf dieses Hauses für 50.000,- DM. Der evangelischen Kirche wird ein Nutzungsrecht für den Betsaal bis zu Fertigstellung der neuen Kirche eingeräumt. (Anmerkung: Am 14. September 1986 wurde die neue evangelische Kirche eingeweiht.)

Beschluß der Kirchenverwaltung Parkstein über die Vermietung des Wohnhauses Kapuzinergasse 6 vom 17.09.1986:
Die Kirchenverwaltung Parkstein beschließt, das erworbene Mesnerhaus weiter zu vermieten.

Beschluß der Kirchenverwaltung Parkstein vom 25.09.1986:

In diesen Tagen wurde das Haus von der ev.-luth. Gemeinde geräumt. Bei der Übernahme waren die Räume schon an die Familie Heimann vermietet.
(Anmerkung: Der Betsaal diente Siegfried und Hannelore Heimann jahrelang als Atelier.)
Mit dieser Familie wird nun unsererseits ein Mietvertrag abgeschlossen.

1989

Antrag auf Abbruch des Dachreiters auf dem ehemals evangelischen Bethaus am 17. Februar 1989:

Antwort des Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Martin Mannewitz,  am 31. Mai 1989:
Das Gebäude ist ein Baudenkmal gemäß Art. 1.2 DSchG und in der Denkmalliste des Landkreises Neustadt a.d. WN, hier: Parkstein, als „Kapuzinergasse, Evang.-Luth. Betsaal, eingerichtet in einem wohl aus dem 17. Jh. stammenden Nebengebäude des Kath. Pfarrhofs. (Fl.Nr. 93)“ verzeichnet.
Das Gebäude wurde vermutlich im 16./17.Jh. errichtet. Das Äußere ist geprägt, durch die historischen Fenstergewände der Entstehungszeit und das mächtige Mauerwerk mit vorgemauertem Strebepfeiler an der Südwestecke. Wesentlich für das äußere Erscheinungsbild und Dokument der Geschichte des Baudenkmals ist der Einbau des Betsaales um die Jahrhundertwende.
Damals wurde die Westfassade durch Dachreiter und Rundbogenfenster umgestaltet, der sakrale Charakter des Gebäudes ist somit auch am Außenbau zum Ausdruck gebracht.
Die Kath. Kirche hat dieses Gebäude unlängst – nach Errichtung einer Evang.-Luth. Kirche – erworben und beabsichtigt den Abbruch des Dachreiters.
Aus denkmalpflegerischer Sicht sind die um 1900 erfolgten Umbauten aus städtebaulichen und ortsgeschichtlichen Gründen wesentlicher und damit schützenswerter Bestandteil der Geschichte und architektonischen Gestalt des Baudenkmals. Dies wird auch durch den Wortlaut der Eintragung in die Denkmalliste hervorgehoben. Einem Abbruch des Dachreiters kann daher auch von seiten des Landesamtes für Denkmalpflege nicht zugestimmt werden.

2003

D.N.T. 10.12.2003:

Eigentlich hätte es heuer schon losgehen sollen mit der Sanierung des ehemaligen evangelischen Betsaales. Aber die Diözese machte der Kirchenverwaltung einen Strich durch die Rechnung. Regensburg sieht die Kosten für die Sanierung in keinem Verhältnis zur Nutzung. Dies wurde am Montag im Marktrat bekannt. Die Diözese fördert nur die Außensanierung ohne Dachausbau, ohne Rückbau der Schleppgaube und ohne das Türmchen. Der Zuschuss wird sich auf 36 % der Kosten belaufen. Bei den Außenanlagen bezuschusst die Diözese den kirchlichen Anteil mit 17 %. Die Kirchenverwaltung von Sankt Pankratius sieht sich nicht in der Lage, aus eigener Kraft die Gesamtsanierung des ehemaligen evangelischen Betsaales abzuwickeln. Die politische Gemeinde will das Gremium nicht im Regen stehen lassen. Einstimmig beschlossen die Kommunalpolitiker, dass der Markt Parkstein die Maßnahme im Rahmen der Städtebausanierung fördert. Alle Gewerke, die von der Diözese nicht mitgetragen werden, sollen auf diese Art und Weise bezuschusst werden. Hubert Renner (FW) warf zwar ein, dass „wir etwas fördern, von dem wir nicht wissen, was es bringt“, doch damit fand er kein Gehör. Allerdings wurde das Kellergeschoss, das nur vom Pfarrhof aus zugänglich ist, von der Maßnahme abgetrennt. Hier soll eine Sanierung des Pfarrhofes mit neuer Heizung für Pfarrhof und Betsaal als eigene Maßnahme geplant werden. Außerdem soll auf den Dachausbau verzichtet werden. Es ist geplant, die Arbeiten am Zugang zum Betsaal einschließlich des Abbruchs der Werkstatt und der Stützmauern, sowie den Zugang zum Pfarrhof und den Rückbau der Stützmauer mit Abbau der alten Treppe zum Betsaal als Ordnungsmaßnahme abzuwickeln. Hier beträgt die Förderung 60 % vom Staat und 40 % von der Gemeinde. Der Marktrat beschloss, im Zuge der Sanierung der Kapuzinergasse den neuen Zugang zum Betsaal mit zu verwirklichen. Auch der Abbruch der Werkstattgebäude und die Errichtung der notwendigen Stützmauern, der Nordzugang zum Pfarrhof mit Behinderteneingang, sowie der Rückbau der Stützmauer an der Kapuzinergasse mit Abbruch des Treppenaufgangs zum Betsaal werden in diesem Zuge angepackt. Das Konzept bedarf allerdings noch der Genehmigung durch die Regierung. Insgesamt belaufen sich die reinen Baukosten auf rund 400.000,- €. Hinzu kommen etwa 50.000,- € für den Bau der Stützmauer und für Abbrucharbeiten.

  • Kapuzinerhaus 2001; Bild Pfarrer Jakob Eder

2004

D.N.T. 17.07.2004:    

Zurzeit läuft die Generalsanierung des ehemaligen evangelischen Betsaales. Die Kosten betragen rund 500.000,- Euro. Das denkmalgeschützte Haus zählt zu den ältesten des Marktes.
Die Diözese beteiligt sich mit rund 115.000,- €. Wie hoch die Förderung durch den Staat über das Städtebauförderprogramm, bzw. der Anteil der Gemeinde ist, steht noch nicht fest. Den Großteil muss jedoch die Pfarrgemeinde tragen. Auftraggeber ist die katholische Kirchenstiftung Sankt Pankratius, vertreten durch Pfarrer Jakob Eder. Im sanierten Gebäude sollen später die Pfarrbücherei untergebracht und Leseräume eingerichtet werden.
Das Ensemble Pfarrkirche Sankt Pankratius, Pfarrhof, Pfarr- und Jugendheim und ehemaliger evangelischer Betsaal bildet den alten Ortskern. In den vergangenen Jahren wurden Kirche und Pfarrhof saniert, sowie das Forsthaus zum Pfarr- und Jugendheim umgebaut.
... Da derzeit die Städtebau-Sanierung läuft und demnächst Umfeld, Straßen, Stützmauern, sowie Bergaufgang saniert werden, erschien es Pfarrer Jakob Eder und Bürgermeister Hans Schäfer sinnvoll, das Gebäude samt Außenanlagen zu renovieren.
Die Kirchenstiftung beauftragte den Parksteiner Architekten Josef Schöberl mit der Planung. Er stellte fest, dass der Verfall der Bausubstanz nur mit einer umfassenden Generalsanierung mit anschließender Neunutzung gestoppt werden kann. Die vor rund 50 Jahren vorgenommenen Anbauten werden zurückgenommen, das Haus in seine ursprüngliche Form zurückversetzt. Alte Bohlendecken, so genannte „Römerdecken“, und Wandbemalungen traten zum Vorschein. Fenster- und Türgewände sollen erhalten bleiben.

  • Pfarrhof m. Kapuzinerhaus
  • frühere Nebengebäude

D.N.T. 07.09.2004:    

Die Rohbauarbeiten sind soweit abgeschlossen. Trotz des stählernen Arbeitsgerüstes ist nach dem Abbau eines provisorischen Wetterschutzdaches während der Errichtung des Dachstuhles und dem Rückbau der vor rund 50 Jahren vorgenommenen Anbauten wieder die ursprüngliche Form des Gebäudes gut zu erkennen. Der vorhandene historische Dachstuhl zeigte viel größerer Schäden als ursprünglich angenommen. Daher musste er total erneuert werden. Auch die Holzkonstruktion des kleinen Glockenturmes, der nach dem Willen des Landesamtes für Denkmalschutz unbedingt erhalten bleiben muss, war sanierungsbedürftig. In der vergangenen Woche setzten die Bauleute das Türmchen wieder auf. Allerdings fehlt noch das eiserne Kreuz, das zur Zeit renoviert wird. Der marode Außenputz musste ebenfalls vollständig abgeschlagen werden.

Ganz besonders freut es den planenden Architekten, der auch für die Bauüberwachung zuständig ist, dass es gelungen sei, wenigstens die im Hauptraum zu Tage geförderten, uralten verzierten Bohlendecken zu sanieren und wieder einzubringen. Schon jetzt verleihe diese Decke dem Raum eine besondere anheimelnde Atmosphäre. „Das sind wir auch unseren Vätern schuldig, die gute Handwerker waren und schon einiges vom Bauen verstanden haben“ fügt Schöberl an.
Nachdem die Bausubstanz saniert und vor weiterem Verfall bewahrt ist, können die haustechnischen Gewerke wie Sanitär, Elektro, Heizung und Fußböden in Angriff genommen werden. Das Erdgeschoss soll durch ebenerdige Anbindung behindertengerecht eingerichtet werden. Dort sind ein Aufenthaltsraum mit etwa 30 Quadratmetern Fläche, ein Büro, eine Teeküche sowie ein behindertengerechtes WC vorgesehen. Zurzeit errichten die Handwerker hangseitig zum Parkstein hin eine Betonstützmauer. Als Bauende für das gesamte Projekt ist nächstes Jahr vorgesehen.

D.N.T. 13.11.2004:

Drei uralte Keller entdeckt - Bei Sanierung des Betsaals auf Gewölbe gestoßen - Bis zu 15 Meter lang:
Architekt Josef Schöberl und die Bauarbeiter staunten nicht schlecht. Beim Abriss eines Nebengebäudes beim früheren evangelischen Betsaal sind sie auf drei Felsenkeller gestoßen. Kein Mensch wusste mehr etwas von diesen Gewölben. Im Zuge der rund 500.000,- Euro teuren Generalsanierung des Betsaales soll auch das Umfeld neu gestaltet werden. Deshalb musste eine alte Werkstatt der Spitzhacke weichen. Dabei entdeckten die Arbeiter die vergessenen Keller. Architekt Schöberl und die Handwerker sind von den enormen Ausmaßen beeindruckt. Die unterirdischen Gänge sind in mühevoller Arbeit mit einfachen Werkzeugen aus dem Basaltgestein herausgearbeitet worden. Zwei der Keller waren zugemauert und deshalb nicht einsehbar. In einem der Keller wurde eine Wasserstelle, eine Art Schöpfloch, gefunden, das in früherer Zeit als Brunnen gedient haben könnte. Die Keller haben eine Grundfläche von bis zu 50 Quadratmetern und führen zwölf bis 15 Meter weit in den Felsen hinein. Als die Erbauer auf den ganz harten Basalt stießen, legten sie bei zwei Kellern eine Abzweigung nach rechts an. Schöberl vermutete am Anfang, dass die Gänge zur ehemaligen Burg auf dem Parkstein führten und vielleicht Fluchtgänge waren. „Dies hat sich aber nicht bestätigt“, so der Architekt. Auch die Annahme, dass die Keller „Schrazelgänge“ sind, wurde wieder verworfen. Solche sagenumwobenen „Zwergenlöcher“ gibt es recht zahlreich im Bayerischen Wald. „Die Keller waren wohl früher frei zugänglich und konnten von jedermann genutzt werden“, vermutet der Architekt. Die Keller sollen für die Nachwelt erhalten bleiben. Die Zugänge werden in eine Stahlbetonstützmauer integriert und mit Stahltüren verschlossen.

Auf dem Platz soll später auch der historische Ortskern Parksteins - bestehend aus der Pfarrkirche Sankt Pankratius, dem Pfarrhof, dem sanierten Pfarr- und Jugendheim (ehemaliges staatliches Forstamt) und eben dem ehemaligen Betsaal dokumentiert werden.

Der Marktrat will dort an der Kapuzinergasse einen Platz zum Ausruhen, Informieren und Schauen gestalten. In Verbindung mit der Sanierung des Betsaales sollen zudem Behinderten-Parkplätze ausgewiesen werden. Kostenpunkt der Ordnungsmaßnahme rund 100.000,- Euro. Gemeinde und Kirche arbeiten bei dieser Baustelle Hand in Hand. Die Sanierung des Betsaales ist eine Maßnahme der Katholischen Kirchenstiftung Sankt Pankratius Parkstein. Die Ordnungsmaßnahme im Umfeld trägt die Marktgemeinde. Beide Projekte werden über die Städtebauförderung mit öffentlichen Mitteln gefördert.

2005

D.N.T. 10.09.2005:

Kleinod für Jung und Alt - Sanierung des ehemaligen evangelischen Betsaals kurz vor Abschluss: Zum alten Ortskern mit Pfarrhof, Pfarrkirche Sankt Pankratius sowie Pfarr- und Jugendheim gehört auch der ehemalige evangelische Betsaal.
Mit dessen Sanierung hat die Pfarrgemeinde nach Arbeiten am Gotteshaus und Pfarrhof sowie Umbau des einstigen Forsthauses zum Pfarr- und Jugendheim einen weiteren finanziellen Kraftakt geleistet.
Wenn auch durch Gelder der Diözese Regensburg, der Städtebauförderung des Freistaates Bayern und der Marktgemeinde unterstützt, musste das Projekt mit Kosten um die 450.000,- Euro zum Großteil von der Pfarrgemeinde getragen werden. Pfarrer Jakob Eder und die Kirchenverwaltung um Kirchenpfleger Wolfgang Hösl beauftragten den Parksteiner Architekten Diplomingenieur Josef Schöberl mit der Planung und Bauüberwachung. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit ist erkennbar, dass die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen als auch die Arbeiten auf dem Vorplatz vor der Fertigstellung stehen und eindrucksvoll gelungen sind. Durch einen besonders feinen hellgrauen Putz fügt sich das Haus mit dem roten Biberschwanzdach in das Ensemble von Pfarrkirche, Pfarrhof sowie Pfarr- und Jugendheim ein. Mit schöner Gestaltung des Türmchens auf der Giebelseite wurde der Forderung des Denkmalschutzes zum Erhalt Rechnung getragen.

  • Kapuzinerhaus heute

Der Architekt hat versucht, helle und freundliche Räume zu schaffen und bewusst historische und moderne Bauteile in Verbindung gebracht wie zum Beispiel eine Stahltreppe mit Holzauftritten.
Das Prunkstück ist der ehemalige Betsaal. Durch den Erhalt der alten Bohlendecken, so genannte Römerdecken, und die Verlegung eines Parkettbodens strahlt der Raum Würde aus, so wie er 100 Jahre lang genutzt wurde, nachdem das ehemalige Wohnhaus 1805 zum evangelischen Betsaal umfunktioniert wurde. „Ich bin stolz drauf, dass ich die rund 250 Jahre alte Bohlendecke erhalten konnte“, fügt der Architekt an.

  • Kapuzinerhaus heute
Kapuzinerhaus heute

Bei der Gestaltung hat Schöberl auch an ältere Leute gedacht, welche die Räume besuchen. Im Mittelpunkt des Vorplatzes wird ein kleiner Rastplatz mit zwei Bänken eingerichtet und von einer Hecke zur Intimsphäre umschlossen. Dabei war der Hauptgedanke der Blick auf das Jugend- und Pfarrheim mit Pfarrkirche, wodurch eine gewisse Andacht entsteht, sowie der Ausblick auf das Haberland. Der idyllische Platz wird aber auch Spaziergänger einladen, die den Parkstein besteigen. Über Granitstufen geht es eine Etage höher auf ein Terrain, das sich durch den Bau der Stützmauer hangseitig ergeben hat. Neben dem gradlinigen, mit Kleinsteinen gepflasterten Weg zum Gebäude entstehen auf Rasenfugenpflaster zwei Pkw-Stellplätze.

Dem Architekt schwebt noch ein Kunstwerk in Form eines kleinen Denkmals vor Augen, das auf die Bedeutung des ehemaligen evangelischen Betsaales, besonders die Familie Kraus und den historischen alten Ortskern hinweist.
Bei der Betrachtung der Details im sanierten Haus wie an den Außenanlagen fällt auf, dass der Architekt mit Herzblut ein weiteres Kleinod geplant und mit dem Bauunternehmen Reim aus Schirmitz und dem Garten- und Landschaftsbauunternehmen Diplomingenieur Josef Hausner aus Parkstein geschaffen hat. Erst in der Verbindung mit dem geplanten Ausbau der Kapuzinergasse in nächster Zeit wird die Außenanlage endgültig fertig gestaltet.

  • Kapuzinerhaus heute

2006

Fertigstellung der Renovierung des ehemaligen Bethauses - es wird am 3. September 2006 von Pfarrer Jakob Eder gesegnet und unter dem neuen Namen „Kapuzinerhaus“ seiner Bestimmung als Begegnungsstätte übergeben.

D.N.T. 05.09.2006:

Ort der Begegnung - Pfarrer Jakob Eder segnet „Kapuzinerhaus“ - Seniorenkreis gründen: Pfarrer Jakob Eders Liste war lang. Von Diözese, Pfarrgemeinderat über Kirchenverwaltung, Vereine, Bürgermeister und Markträten bis hin zu Firmen und Architekten dankte er am Sonntag in der Segnung allen Beteiligten, dass der ehemalige evangelische Betsaal „saniert werden konnte und nun wieder in neuem Glanz erstrahlt“. Wichtig war dem Seelsorger, „dass mit dem vielen Geld eine Stätte der Begegnung für die geschaffen wurde, die sich suchen und sich zu dem treffen, dem es über 80 Jahre gedient hat, zum Beten.“
Die Pfarr- und Gemeindebücherei platze aus allen Nähten. Nun biete sich im jetzigen „Kapuzinerhaus“ eine willkommene Erweiterung an.
Ebenso kündigte er die Bildung eines Seniorenkreises an, der sich regelmäßig treffen werde.
Architekt Diplomingenieur Josef Schöberl sprach „von einem denkwürdigen Tag“ für die katholischen wie evangelischen Christen. Schließlich werde eines der geschichtsträchtigsten Gebäude Parksteins gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Die Kirchenstiftung St. Pankratius habe mit der Generalsanierung im Verbund mit dem Pfarrhof die richtige Entscheidung getroffen. Schöberl dankte der Gemeinde, der Regierung der Oberpfalz und der Finanzkammer der Diözese Regensburg für die finanzielle Unterstützung. Ebenso würdigte der Architekt die fachliche Kompetenz der über 20 Firmen und Handwerker, mit der Probleme „gut gelöst werden“ konnten. Ebenso gab er einen Abriss über die einzelnen Maßnahmen der Generalsanierung. Die angedachte Nutzung als erweiterte Bibliothek, Treffpunkt für Senioren und Versammlungsort habe den Einbau behindertengerechter Sanitäranlagen, „was sich auch im Außenbereich beim `Ratschplatz´ mit Ruhebänken fortsetzt“, erfordert. Abschließend gratulierte Schöberl der Pfarrgemeinde und der Kirchenverwaltung „zu dieser wirklich gelungenen Generalsanierung des `Kapuzinerhauses´“.
Bürgermeister Hans Schäfer drückte seine Freude darüber aus, „dass mit der Generalsanierung ein Stück Parksteiner Geschichte erhalten wurde“. Die Marktgemeinde habe eine weitere Aufwertung erfahren. Auch er dankte allen, die zur Finanzierung der rund 500.000,- Euro teuren Maßnahme beigetragen haben.
Pfarrer Thomas Schertel von der evangelischen Gemeinde Wildenreuth erinnerte an die abwechslungsreiche Geschichte des vermutlich schon um 1600 erbauten Hauses. Er wünschte Gottes Segen, und der Pfarrgemeinde, dass das Haus immer mit Leben erfüllt sein möge.
Dann erbat Pfarrer Jakob Eder den Segen Gottes für das Haus und alle, die darin ein- und ausgingen.

Kapuzinerhaus

Quellenangaben

Eine zusammenfassende Liste aller Quellenangaben - in Klammer stehende Ziffern z.B. (3) - finden Sie in unserem Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterQuellenverzeichnis.