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Kapelle zum heiligen Brunnen oder Fronleichnamskapelle

1642    

Pfarrer Joseph Edenhofer über die Fronleichnamskapelle, die Vorgängerin der Bergkirche:
Im Jahre 1642, am 25. Juni, stahl ein Dieb im Pfarrgotteshaus St. Pankratius zu Parkstein den Speisekelch mit den heiligen Hostien und warf dieselben in einen Brunnen, der sich jetzt im neugebauten Theile des Marktes zwischen den Häusern des Metzgers Michl Janner Hs.Nr. 70 und dem des Maurers Kaspar Hausner Hs.Nr. 71 befindet.
Die heiligen Hostien blieben wunderbarerweise unversehrt, wurden aufgefunden, vom damaligen katholischen Pfarrkuratus Rupertus Thürl gesammelt und in feierlicher Prozession wieder in die Pfarrkirche zurückgetragen. Der fromme Sinn der Einwohner erbaute nun alsogleich über diesem Brunnen, den man von dieser Zeit an für geheiligt hielt, und dessen Wasser nun von den Kranken mit großem Vertrauen und oftmals auch mit erwünschtem Erfolg getrunken wurde, eine Kapelle, welche den Namen „Kapelle zum heiligen Brunnen“ oder auch den Namen „Fronleichnamskapelle“ erhielt. (20)

Die angesehenen Personen, welche in jenem Jahre in Parkstein lebten und Zeugen dieser Begebenheit waren, sind:

  1. der Hochedle und Gestrenge Herr Fredericus de la Haye, fürstl. Neuburgischer Festungskommandant und Landrichter
  2. der Hochedle und Gestrenge Herr Walterus de Labrique, Fähnrich
  3. der Hochw. und Wohlgelehrte Herr Rupertus Turl, Pfarrkuratus
  4. Herr Lieutnant Suttner
  5. Herr Johann Wager, Gerichtsschreiber und Pfalzneuburgischer Forstmeister
  6. Herr Leonhard Rudolph Richter
  7. die Herren Simon Hahn, Stephan Klug und Georg Hausner, alle drei Bürgermeister
  8. Herr Johannes Kaiser, Schulmeister.

Diese Kapelle hat schon im Jahr 1646 einen eigenen Verwalter, Quirin Bäumler, und kommt von da an auch in den Kirchenrechnungen vor. (20)

1649    

Als Anfang April 1649 Pfalzgraf Christian August die Wiedereinführung der evangelischen Glaubenslehre anordnet und die katholischen Pfarreien auflöst, fordert die Vertreibung des Pfarrherrn den Unmut und Zorn der katholisch gebliebenen Bürgerschaft geradezu heraus, die daraufhin die Kirchentüre der Pfarrkirche absperrt und die Schlüssel trotz massiver Proteste nicht mehr herausgibt, so dass weder die Katholiken noch die Protestanten die Kirche zu Gottesdiensten benutzen konnten.

In einer Art Gegenreaktion wird die Fronleichnamskapelle im hinteren Markt beschädigt.

1649–52    

In der kurzen protestantischen Periode von 1649 bis 1652 verfällt die Kapelle so sehr, daß sie 1658 erneuert werden muß.

1658    

Am 11. Juni 1658 wird mit der Wiederherstellung der in Verfall geratenen Fronleichnamskapelle begonnen, und zwar noch unter dem letzten Pfarrkuratur der Jesuiten, Pater Richard Haug. Am 15. September 1658 übernehmen die Kapuziner die Seelsorge in Parkstein und die  Baumaßnahme wird unter dem ersten Pfarrkurator der Kapuziner, Pater Stanislaus, noch im gleichen Jahr abgeschlossen.

Die Kapelle hat nur einen Altar, auf dem sich ein gemaltes Bilde unseres Erlösers Jesus Christus mit seinen fünf Wunden befindet, über einem Brunnen stehend, in den sein allerheiligstes Blut fließt. Rings herum sind die hl. 14 Nothelfer abgebildet. (19)

1671    

Am 11. April 1671 wird in einem Weiher bei Kotzau (zwischen Parkstein und Meerbodenreuth) eine aus Holz gefertigte Muttergottesstatue entdeckt und anschließend in feierlicher Prozession in das Kirchlein zum heiligen Brunnen überführt.

Im August 1671 wird die kleine Kapelle zum heiligen Brunnen durch die unermüdliche Arbeit der Kapuzinerpatres (Pfarrvikar Pater Justinus) und durch fromme Wohltäter renoviert. (19)

 

 

 

1702    

Im Jahr 1702 wurde die Kapelle von Grund auf in größerer und schönerer Form erneuert. (19)

oder

1705

Die ersterbaute Kapelle muß infolge größerer Bauschäden abgebrochen werden. 1705 baut man die Wallfahrtskirche neu, natürlich größer und schöner als vorher. Noch am Kirchweihmontag des gleichen Jahres erfolgt durch Kapuzinerpater Superior Nicephorus die Grundsteinlegung für die neue Kapelle. (27)

Die Stadt Weiden liefert 1000 Mauersteine und 500 `Ziegeltaschen´: „Zu Bezahlung der zur Brunnen Capellen nach Parkstein verehrten (Anmerkung: verehren = schenken) 1000 Mauersteine und 500 Daschen sollen Herr Hospitalverwalter Bürgermeister Einweg 3 fl Beytragen und Krafft dies wieder verrechnen.
Decretum Weyden, den 18. November 1701 Bürgermeister und Rath“

Stadtarchiv Weiden, Belege zur Spitalrechnung Weiden 1701: Spende zur „Brunnen Capellen“ Parkstein

    

    
Landrichter Freiherr v. Weveld läßt auf seine Kosten den Altar mit eingelegtem Bild der vierzehn Nothelfer setzen.

Außerdem befindet sich neben dem schon erwähnten Marienbild noch ein weiteres in der Kapelle, das, so die Darstellung des Pfarrprovisors P. Leontius Traunstein, von einem Häretiker entehrt worden war (dieser hatte es mit sich in sein Bett genommen). Beide dienen in hohem Maße der Verehrung für die Gottesmutter, sowohl bei Ortsansässigen wie bei Auswärtigen.

 

 

 


1835

In der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag 1835, am 8. Juni um 2 Uhr früh, brennt das Kirchlein zusammen mit 30 weiteren Häusern des Marktes ab.

Doch das Altarbild der 14 Nothelfer, sowie die Muttergottesstatue (allerdings ohne Krönungsmantel, der verbrannte) und das Turmglöcklein konnten gerettet werden und befinden heute sich in der Bergkirche. Beim Wiederaufbau des Marktes wird auf Anordnung des Landrichters Karl Reisner, Freiherr von Lichtenstern, eine Häuserzeile errichtet. Auf dem ehemaligen Kapellengrundstück stehen heute die beiden Häuser Marktplatz Nr. 19 und 20. Der frühere Brunnen ist überbaut und deshalb nicht mehr zugänglich.

Quellenangaben

Eine zusammenfassende Liste aller Quellenangaben - in Klammer stehende Ziffern z.B. (3) - finden Sie in unserem Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterQuellenverzeichnis.