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Bergkirche St. Marien zu den 14 Nothelfern

In einzigartiger Lage steht sie auf dem steilen Basaltbruch des Parksteins und ist weithin sichtbar.

Alte Postkarte

Auf einem einsam stehenden kegelförmigen Berge in der Oberpfalz, Landgerichts Neustadt a. d. WN, zeigt sich schon in weite Ferne hin der alte Marktflecken Parkstein (Hohenparkstein), welcher in einem langen Häusergürtel die Kuppe des Berges umzieht, dessen höchster Punkt gekrönt ist mit den Ruinen der alten Veste gleichen Namens und mit einer neuerbauten recht hübschen Kirche zu Ehren der glorreichen Himmelskönigin und der heiligen 14 Nothhelfer. Von welcher Seite auch das Auge des Fremdlings auf diese zuckerhutähnliche Höhe fällt, so ist der Anblick immer überraschend, entzückend, einladend. Und wahrlich, nie reuet es dem Naturfreunde, diesen steilen Gipfel erstiegen zu haben; es erschließt sich ihm ja von da aus eine köstliche Rundschau nach allen Richtungen. (1)

1851-52

Erbauung der Bergkirche „St. Marien zu den 14 Nothelfern“. Sie genießt eine wallfahrtsartige Verehrung und war ursprünglich als Hostienwallfahrt über einem Brunnen im Markt entstanden. 
Beim großen Brand am Pfingstsonntag, dem 8. Juni 1835 wurde das Kirchlein zum Hl. Brunnen eingeäschert. Nur mit Mühe konnte das Altarbild der Hl. 14 Nothelfer, sowie die in hohen Ehren stehende Muttergottes-Statue und das Turmglöcklein gerettet werden.
Da infolge des Wiederaufbaus die Stelle, wo die Kapelle zum Hl. Brunnen gestanden hatte, überbaut wurde, fiel der Entschluß, die neue Kapelle auf der Spitze des Schloßberges zu errichten.

1851

Am 20. Juni 1851 (Freitag nach Fronleichnam) wird mit den Arbeiten begonnen. Am 20. Juli 1851 (6. Sonntag nach Pfingsten) erfolgt um 14.00 Uhr die Grund- und Gedenksteinlegung auf dem Schloßberg mit Pfarrer Joseph Edenhofer. Nach Festrede, Dokumentvorlesung und Gesang wird in Anwesenheit der Landgerichtsbehörde und einer großen Menschenmenge der Gedenk-Eckstein geweiht und gelegt.

Denkschrift:
Die Legung des Grund- und Gedenksteins dazu wurde (heute) am 6ten Sonntage nach Pfingsten (20ten Juli) 1851 Nachmittag 2 Uhr,
da

Pius IX. glorreich regierender Papst
Max II., ruhmvoll regierender König
Valentin, hochwürdigster Bischof
Freiherr v. Kuensberg, K. Regierungspräsident der Oberpfalz
Carl Freiherr von Lichtenstern, K. Landrichter in Neustadt WN
Joseph Edenhofer, Pfarrer
Jakob Reichold, Kooperator
Roth, K. Bauinspektor in Weiden
Friedrich Ritter von Kienle, K. Revierförster
Thomas Ohland, K. Forstwarth
August v. Lindenfels, K. Forstgehilfe
Joseph Bauer, Maurermeister in Neustadt WN
Simon Selch, Marktgemeindevorstand
Johann Selch, Marktgemeindepfleger
Johann Bäumler, Schreinermeister
Johann Neugirg, Handelsmann
Johann Selch, Webermeister
Johann Nikolaus Bäumler, Oekomoniebürger
Andreas Knierer, Kirchenpfleger
Franz Michl Meiller, Chyrurg
Adam Fiederer, Melber
Peter Keilberth, Knabenlehrer
Paul Plodeck, Mädchenlehrer

waren, nach vorgeschriebenem kirchlich katholischen Ritus und im Beisein einer großen ansehnlichen Versammlung feierlichst vorgenommen. Möge Gott der Herr das begonnene Werk segnen und vollenden.
Daß diese Denkschrift ihrem ganzen Inhalt nach der Wahrheit gemäß dargestellt sei, beurkundet mit Siegel und Unterschrift am 20. Juli 1851
Das kath. Pfarramt Parkstein  LS.  Joseph Edenhofer, Pfarrer

Mit großer Begeisterung gehen Klerus, Bürger der Marktgemeinde, Landrichter Freiherr von Lichternstern und das Personal der königlichen Hütte zu Weiherhammer (das auch die beiden schmiedeeisernen Beschläge nebst Schloß für die Kirchentüre lieferte) an den Bau der Kirche. Finanziell unterstützen das Benediktinerstift Metten, viele Wohltäter von Weiden und Neustadt/WN, sogar Spender aus Wien.

Sinnspruch des Zimmermanns anlässlich des Richtfestes:

Doch die Arbeit war heut schwer,
ein gutes Glas Bier würde mir schmecken sehr.

Es scheint, man hat mich nicht verstanden?
Ja, ja Bier ist genug vorhanden.
So sauf, du durstiges Zimmermannsgesicht,
Durst hab ich, das verleugne ich nicht.

Der Papst und der König, sie sollen leben
und der Bischof daneben. – Hoch, Hoch, ...

Es lebe der Herr Landrichter von Lichtenstern,
dieser alte Held, wir haben ihn so gern.

Unser Herr Pfarrer, dieser eifrige Mann
hat für den Bau sehr viel getan.
Er hat ein paar Mal auch die Maurer ausgezankt,
doch dafür haben sie ihm auch nicht gedankt.

Den Herrn Kooperator darf ich auch nicht vergessen,
er ist viel auf dem Berg da herumgesessen.

Auch Herr von Kienle und das ganze Forstpersonal
lebe hoch viel tausendmal.
Nur bitte ich, daß die Herrn Förster nicht zu strenge sein wollen,
wenn wir nächstens aus dem Wald die Rechstreu holen.

Auch soll leben Simon Selch von Parkstein,
der zu diesen Bau das Wasser ließ fahren ganz allein.
Wir haben ihn wiedergewählt auf sechs Jahr
zum Bürgermeister und er wird’s auch bleiben fürwahr,
bis man ihn einst legt auf die Totenbahr.

Die Ausschußmitglieder der hiesigen Gemein
sie ließen sich dies Werk sehr angelegen sein.
Und auch der hohe Kirchenrath
sich darum viel verwendet hat
daß wir jetzt die Kirch viel größer schauen,
als man sie am Anfang wollte bauen;
sie wär ja nur so groß als wie ein Backofen geworden,
doch jetzt kann man sie sehn an allen Orten.

Eine Frau mit frommen Sinn,
da drunten in Wien,
hat auch zu unser Kirch viel Geld hergegeben,
darum hoch soll sie leben.

Die Bauern von Niederndorf und Schwand und Kotzau,
von Hagen und Hammerles, überhaupt vom ganzen Gau,
und besonders die von Schwarzenbach, Meerbodenreuth und Buch,
sind fleißig gefahren in den Steinbruch.

Die letzten drei Dörfer haben auch gebracht das meiste Holz
und wahrlich, sie können darauf sein stolz.

Die Bauern von Glasern und Altenparkstein
stellten sich ebenfalls ein.
Ebenso wird an den Süßenloher gedacht,
weil er auch hat seinen Mann gemacht.

Und alle Einwohner im hiesigen Ort
sollen leben mit einem Wort.
Sie haben gescharwerkt, getragen, gefahren,
sie wollten weder Zeit noch Mühe sparen.
Sie taten auch viel Geld zur Kirche verwenden,
doch der Herr wird dafür seinen Segen spenden.
Also wir wollen,
dass die Parksteiner hoch leben sollen.

Und vom Parkstein die beiden Herrn Studenten,
o möchten sie ihren Sinn dahin wenden,
auf daß wir sie bald sehen
hier am Altare stehen.

Der Herr Maurer- und Zimmerermeister, alle beid’,
sie haben diesen Bau geführt recht klug und gescheid.
Darum sie auch hoch leben müssen.
Stimmt ein, ihr alle, die da stehn zu meinen Füßen.

Nun wünsch ich noch, daß euch allen
mein Spruch hätt’ recht gefallen.
Und daß den Knaben und Mädchen klein,
stets der heutige Tag möchte in Erinnerung sein.

Und daß wir alle, zufrieden und gesund,
erleben möchten den Tag und die Stund,
wo wir beiwohnen können dem ersten Gottesdienst
für unsere Müh und Arbeit als Lohn und Gewinnst.

Und daß wir endlich nach unseren irdischen Leiden,
erlangen möchten die himmlischen Freuden.
Nun fliege dieses Glas, das ausgebracht so viele Hochs
hinunter in euere Mitte,
nach unserer alten Zimmermannssitte.

Beim Neugirg auf Wiedersehn.

 

1852    

"Im Frühjahr 1852 wurde eine Baumpflanzung von nahezu 500 Stämmchen um den Berg herum und denselben hinan angelegt.“ (Chronik Pfarrer Joseph Edenhofer)

 

1852, 18. Oktober

Die Bergkirche wird benediziert

Unter großer Mithilfe der umliegenden Ortschaften Buch, Meerbodenreuth, Schwarzenbach, Hammerles, Kotzau, Niederndorf, Schwand, Altenparkstein, Hagen, Glasern und Süßenlohe konnte die Bergkirche bereits 1852 fertig gestellt und am 18. Oktober 1852 eingeweiht werden. Der Bau wird „massiv und solid geführt“ und die Kapelle wegen ihrer exponierten Lage schon damals mit einem Blitzableiter versehen. Den Turm schmückt man mit einem goldenen Kreuz. Kirche und Turm werden mit Schiefer gedeckt. Die Außenfassade und der würdevolle Innenraum sind im neuromanischen Stil gestaltet.
Der Plafond (Decke) der kleinen Kirche ist mit Stukkaturrippen verziert.

Chronik Pfarrer Joseph Edenhofer:
„Die im byzantinischen Style gehaltene 46 F. lange, 28 F. breite und 39 F. hohe Kirche ist gleich dem 72 F. hohen Thurme mit Schiefer gedeckt und mit einem Blitzableiter versehen. Auf der von vier Frontispicien umgebenen fränkischen Thurmspitze prangt ein 5 ½ F. hohes vergoldetes Kreuz. Thurm und Kirche standen noch im Laufe desselben Jahres nach unglaublicher Anstrengung und seltener Opferwilligkeit sowohl von Seiten der Pfarrei Parkstein als anderen nahegelegenen Ortschaften vollendet da. Große Wohltäter waren: Landrichter Karl Reisner, Freiherr v. Lichtenstern, das Hüttenamt Weiherhammer, Fabrikbesitzer Reichenberger in Grötschenreuth, das rühmlichst bekannte Mitglied des Benedictinerstiftes Metten und noch viele weitere Spender aus nah und fern. Im Frühjahr 1852 wurde eine Baumpflanzung von nahe 500 Stämmchen um den Berg herum und denselben hinan angelegt, und nachdem man noch den Plafond der Kirche reichlich mit Stuckatur-Rippen, sowie den Musikchor mit einer kleinen Orgel versehen und einen schönen Altar in byzantinischer Form errichtet hatte, als der ganze Bau von innen und außen würdevoll ausgestattet war, konnte am 18. Oktober – am Montag nach der Kirchweihgedächtnißfeier der Pfarrkirche – dem neuen Gotteshause die religiöse Weihe erteilt werden.“

Am Montag, den 18. Oktober 1852, weiht Pfarrer Joseph Edenhofer die Kapelle zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und der hl. 14 Nothelfer. In festlicher Prozession mit dem Allerheiligsten unter Begleitung mehrerer Geistlicher, sowie des königlichen Landrichters Freiherr von Lichtenstern, tragen die Jungfrauen die uralte, aus den Flammen gerettete geschmückte Muttergottes-Statue nebst dem wertvollen Altarbild der Hl. Nothelfer in die neue Kirche auf dem Berg.

Beide
– die Mutter Gottes und die Nothelfer –
werden hier in gleicher Weise verehrt
und von vielen Menschen in Notlagen angerufen.

 

Bayerisches Volksblatt, Ausgabe vom 2. November 1852:
„Aus Parkstein in der Oberpfalz wird dem Volksblatte geschrieben: Wenn der 18. Oktober für das ganze deutsche Vaterland ein Tag dankbarer Erinnerung ist, so war er dießmal um so mehr ein Tag der Wonne und heiligen Freude für die Einwohner des Marktes Parkstein und der Umgegend, als an diesem Tage, der vom schönsten Wetter begünstigt war, die auf der Kuppe des Schloßberges daselbst neuerbaute allgemeinen Beifall ärntende Kirche zu Ehren Mariens und der 14 heiligen Nothhelfer auf das Feierlichste eingeweiht wurde. Um 12.10 Uhr zog nach abgehaltenem Veni Sancte Spiritus unter dem Dröhnen der Böller und den erhabenen Melodien des wohlbesetzten Musik- und Sängerchors, wobei die benachbarten Herren Lehrer bereitwilligst Antheil nahmen, eine festliche Prozession mit dem Allerheiligsten unter Begleitung mehrerer Herren Geistlichen der Umgebung, so wie auch Seiner Hochfreiherrlichen Gnaden des Herrn Landrichters von Lichtenstern, des königl. Assessors Sanftl und einer fast zahlosen Volksmenge von der Pfarrkirche aus den Schloßberg hinan. Den Zug eröffneten die Schulkinder und Jungfrauen, welche eine auf das herrlichste dekorirte, uralte und hochverehrte Muttergottesstatue, die man mit dem kunstreichen Altarblatte, die 14 Heiligen vorstellend, aus der im Markte gestandenen und beim großen Brande 1835 vernichteten Nebenkirche mit genauer  Noth den Flammen entrissen hatte, in ihre neue Wohnstätte trugen. Auf der Spitze des Berges angelangt, wurde das Sanktissimum in den bereits benedizirten Tabernakel eingesetzt und die Weihe der Kirche von Außen und Innen nach  Ritualsvorschrift vollzogen, worauf nun außerhalb der Kirche auf dem geebneten mit Fahnen, Guirlanden, Inschriften und Kränzen gezierten Festplatze ein hochgeschätzter Gastprediger einen tiefeingreifenden Vortrag hielt, indem er den sich darbietenden reichen Stoff der Rede so meisterhaft und gemüthlich behandelte, daß kein Auge thränenleer geblieben. Nachdem noch ein levitirtes Hochamt zelebrirt worden war, bewegte sich der Festzug mit dem Leibe des Herrn wieder in schönster Ordnung herab durch den neuerbauten Theil des Marktes in die Pfarrkirche zurück, in welcher die vierstündige Feier mit Te Deum laudamus geschloßen wurde. Auf dem Kirchplatze wurde endlich noch ein von einem hiesigen studierenden Bürgerssohne verfaßtes Festgedicht an die Anwesenden ausgetheilt.
Die schöne Bergkirche, welche seit ihrer Grundsteinlegung am 20. Juni vorigen Jahres ungeachtet aller Aengstlichkeiten ob des Zustandekommens derselben in so kurzer Zeit erbaut war, ragt nun sammt ihrem mit einem vergoldeten Kreuze geschmückten Thurme kühn und schlank über die alten Festungsruinen empor, blickt als neue Mitschwester freundlich hinüber zu den am Horizonte ringsum liegenden Wallfahrtskirchen in Fuchsmühl, auf dem Fahrenberge, dem Eichselberge, dem Mariahülfsberge, dem Frohnberge, und ist zugleich eine prächtige Zierde weitaus für einen großen Theil der Oberpfalz und besonders für den Markt Parkstein, welcher wie ein Halsband seinen berühmten Basaltbergkegel umschlingt.
Nächst der göttlichen Hülfe gebührt aber auch inniger Dank für ihre rege Theilnahme an dem Baue, dem oben erwähnten allverehrten kgl. Landrichter von Neustadt a. d. W. N., dem kgl. Hüttenpersonale in Weiherhammer, dem verdienten Marktsgemeindevorstande Sölch, dem Maurermeister Bauer, mehreren Wohlthätern in Neustadt, Weiden und in dem fernen Wien, ja allen diesigen und umliegenden Hausvätern zusammen, denn ein jeder legte Hand ans heilige Werk und trug sein Schärflein gerne bei; ein neuer Beweis, daß in der Oberpfalz noch ein sehr gläubiges Volk lebt, welches fest hält am christlichen Spruche: „Alles zur größern Ehre Gottes.“

(Herzlichen Dank für das übersendete schöne Gedicht, welches wir nächstens, wenn es uns der Raum gestatt, im Sonntagsblatt allen unsern Lesern mittheilen werden.)“

Festgedicht

Nicht wahr ihr lieben Leut
Wer hätt’ sich das gedacht
die Kirch’ ist jetzt gebaut
das Werk ist jetzt vollbracht.

Zu Maria Hülf bei Amberg
zum Eichselberg bei Pfreimd
und endlich zum Farnberge dort
kommt jetzt ein vierter Wallfahrtsort.

Der vierzehn Nothelferberg in Parkstein
so soll genannt er sein.
Sechzehn Jahre sind vergangen
bis man hatte angefangen
mit diesem schönen Kirchenbau.
Freilich war dies träg und lau.

Doch auf einmal, wie bekannt
hat Eifer und Ernst alle Leut entbrannt.
Und nun steht da in kürzester Zeit
die Kirche, den vierzehn Heiligen zur Aufnahme bereit.

Sie heißen:
Sankt Barbara mit dem großen Thurm,
der Ritter Sankt Georg mit dem Lindwurm,
Sankt Margareth mit dem höllischen Drachen,
doch sie tut gegen ihn das Kreuz nur machen,
und auf der Stelle mußte der Teufel scheiden,
denn das Kreuz, das kann er niemals leiden.

Sankt Christoph, er kommt ganz gebückt einher,
denn das Jesukindlein wird ihm gar so schwer.
Sankt Blasius hat zwei brennende Kerzen,
ihn rufen wir an gegen alle Halsschmerzen.

Und der heilige Knabe Sankt Veit,
erduldete gar großes Leid,
um zu erretten seine unsterbliche Seel’
ließ er sich sieden in einem Kessel voll Oel.

Und der heilige Eustachius: als er war auf der Pirsch,
da ist ihm erschienen ein geheimnisvoller Hirsch,
dadurch wurde er ein Christ und ein Heiliger zugleich
und wohnt jetzt droben im Himmelreich.
Er ist der Patron für alle Jäger
und vermutlich auch für unseren Gemeindepfleger.

Hierauf kommt Sankt Egidius, der Einsiedler und fromme Abt.
Ihn hat eine Hirschkuh lange Zeit mit ihrer süßen Milch gelabt.

Sankt Katharina mit dem Rad
nicht wenig Qual erduldet hat.
O diese heilige Jungfrau rein
möge unser eingedenk stets sein
beim göttlichen Sohn, beim Himmelsthron.

Dem Erasmus, dem heiligen Bischof, haben die Heiden zum Zeitvertreib
die Därme herausgehaspelt aus dem Leib.
Eine große Qual,
doch jetzt ist sie gestillt im Himmelssaal.

Der heilge Doktor Pantaleon
bekehrte die Heiden zum göttlichen Sohn
und heilte alle ohne Lohn.
Doch der Kaiser Maximilian, dieser elende Tropf,
ließ unserm Heiligen abschlagen den Kopf.

Der Diakon Ziriakus
auch für den Glauben sterben muß.
Dem heiligen Dionysio ging es ganz gleich,
dem Glaubensboten im Frankenreich.
Achazius mit der Dornenkron, das Kreuz umschließen seine Hände,
mit ihm ist die Reihe der vierzehn Heiligen zu Ende.

Verfaßt von Student Neugirg, Parkstein

  

1853

Ein Wohltäter aus Würzburg lässt von einem dortigen Maler 14 Kreuzwegstationen auf starkem Eisenblech malen und schenkt sie der Bergkirche in Parkstein. Sie werden in granitene Säulen eingesetzt und am Schlossberg zur Bergkirche hinauf aufgestellt.

"Eine Glocke wird zu Ehren Mariens und der Hl. 14 Nothelfer durch Wohltäter aus der Pfarrei Parkstein und deren Umgegend gestiftet“ (23,5 kg, O 39 cm).
Pfarrer Joseph Edenhofer, Jakob Reichold, Pfarrarchiv Parkstein 206

1867

Bergkirche im Jahr 1867

1905

wird die Anschaffung eines Harmoniums anstelle der alten kleinen Orgel genehmigt. (5)

1909

ersetzt Pfarrer Johann Mühlfenzl die eisernen Kreuze der Kreuzwegstationen zur Bergkirche durch solche aus Eichenholz, um damit eine Vorbedingung für die Erlaubnis zur Benediktion und die Gewährung von Ablässen zu erfüllen.
Die Benediktion nimmt der Pfarrer selbst am 4. April 1909 vor.

1917

Im Juli 1917 wird die größere der beiden Glocken (57 kg) zu Kriegszwecken eingezogen. (41)   

1922

Franz Beyer, Kaufmann in Parkstein, stiftet als Ersatz für die Glocke, die im 1. Weltkrieg hatte abgeliefert werden müssen, eine neue, welche von der Glockengießerei Hamm in Regensburg gegossen und von Pfarrer Karl Scherm benediziert wird. „Gestiftet zu Ehren Mariens und der Hl. 14 Nothelfer“ (41)

1932

werden die Kreuzwegstationen zum Berg hinauf erneuert. Neue gedruckte Bilder werden eingesetzt. Am 9. Juli des genannten Jahres wird der Kreuzweg von Pfarrer Karl Scherm geweiht.  

1939

Am 26. August 1939 wird das Kirchlein mißbräuchlich in die damalige Landesverteidigung mit einbezogen. Das Dach der Kapelle wird geöffnet und eine Kuppel darauf errichtet. In der Kuppel wird eine Flugwache stationiert, die Tag und Nacht nach feindlichen Flugzeugen Ausschau hält. Diese Beobachtungen werden dann nach Nürnberg gefunkt. Es waren zumeist ältere Männer, die auf mehreren Lehrgängen bei der Luftwaffe ihre Ausbildung erhalten hatten und uniformiert ihren Dienst als Soldaten ausübten. Flugwachführer war der Mechanikermeister Heinrich Pöllmann. (5, 41)

1942

Am 1. April 1942 müssen die beiden Bronzeglocken aus den Jahren 1853 und 1922 (23,5 kg, O 39 cm und 55 kg, O 44 cm) abgeliefert werden. (5, 41)

1945

Beim Anrücken der amerikanischen Streitkräfte im Frühjahr 1945 ziehen einige beherzte Männer über der Beobachtungskanzel die weiße Fahne auf und bewahren dadurch den Markt vor größerem Schaden. (18)

Glocke

1949


Am 30. Juni 1949 erhält die Bergkirche zwei neue, von der Fa. Johann Hahn aus Landshut gegossene Glocken:

  1. Maria, Gewicht: 60 kg, Material: Bronze, Ton g, O 490 mm, Gußjahr 1949,
  2. Gewicht: 35 kg, Material: Bronze, Ton b, O 410 mm, Gußjahr 1949

Am Sonntag, den 3. Juli, läuten die neuen Glocken zum ersten Mal:
"Vor der Kirche hatten inzwischen die zwei Bergkirchenglocken ihren Platz auf dem errichteten Altar gefunden. Nach dem Primiziantensegen (Primiziant Friedrich Weidl, Flüchtling aus dem Sudetenland) weihte H.H. Pfarrer Scherm die neuen Glocken, die nun nach 7jähriger Abwesenheit wieder ihr „Ave Maria“ und „Sursum corda“ von ihrer hohen Warte aus weithin ins Land erklingen lassen werden.“ (41)   

1952 - 100 Jahre Bergkirche

1952

Am 18. Oktober 1952 wird das hundertjährige Jubiläum mit Pfarrer Karl Scherm würdig gefeiert:

Steht ein Kirchlein hoch im Grünen,
hebt sein Türmlein tief ins Blau,
von des Parksteins Basaltzinnen
grüßts zum Lob der Lieben Frau.

Hundert Jahre sind verflossen,
daß es blickt hinaus ins Land,
fromm erbaut und unverdrossen,
wo einst Burg und Mauer stand.

Lange war’s in Dorfes Mitte,
hieß: `Kapell’ zum heiligen Born´,
bis an Pfingsten es zerglühte
eines Feuers heißer Zorn.

Aus des Feuers rotem Rachen
riß man noch des Altars Bild,
barg aus Glut und Balkenkrachen
die Madonna, süß und mild.

Seht sie dort im heil’gen Raume,
kniet in Andacht euch davor.
Hielt Maria nicht im Zaume
euch den Feind, der stand am Tor?

Mög’ das Kirchlein weiter dauern,
krönen lange Berg und Ort,
und, wer hierher kommt in Trauern
zieh getröstet wieder fort.

Gez. Georg Zenger, Kirchendemenreuth

100 Jahre Bergkirche
100 Jahre Bergkirche

Quellenangaben

Eine zusammenfassende Liste aller Quellenangaben - in Klammer stehende Ziffern z.B. (3) - finden Sie in unserem Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterQuellenverzeichnis.