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Kapuzinerhaus

Kapuzinerhaus

Das Gebäude ist ein Baudenkmal gemäß Art. 1.2 DSchG und in der Denkmalliste des Landkreises Neustadt/WN, hier: Parkstein, als „Kapuzinergasse, Evang.-Luth. Betsaal, eingerichtet in einem wohl aus dem 17. Jh. stammenden Nebengebäude des Kath. Pfarrhofs. (Fl.Nr. 93)“ verzeichnet. Das Gebäude wurde vermutlich im 16./17.Jh. errichtet. Das Äußere ist geprägt durch die historischen Fenstergewände der Ent­stehungszeit und das mächtige Mauerwerk mit vorgemauertem Strebepfeiler an der Südwestecke. Wesentlich für das äußere Erscheinungsbild und Dokument der Geschichte des Baudenkmals ist der Einbau des Betsaales um die Jahrhundertwende. Damals wurde die Westfassade durch Dachreiter und Rundbogen­fenster umgestaltet, der sakrale Charakter des Gebäudes ist somit auch am Außenbau zum Ausdruck gebracht.

1610

Der 1593 niedergebrannte Pfarrhof wurde 1610, zusammen mit einem Schulhausanbau neu errichtet (in dem sich später der evangelische Betsaal befand).

1663

Da im Jahr 1663 der gesamte Kirchenbesitz geteilt wurde, musste Pastor Laurentius Pollmann den Pfarrhof verlassen und in dem bisherigen, nun neu reparierten Schulhaus seine Wohnung aufschlagen.

1682

Wegen der nur noch geringen Anzahl der Gemeindemitglieder verließ 1682 auch der evangelische Pfarrer Laurentius Pollmann Parkstein und zog nach Wildenreuth.

1705

Die leerstehende Pfarrerswohnung im Schulhaus wurde vermietet, ab 1705 an den jeweiligen  protestantischen Mesner. (26)

1903

Damit der evangelische Gottesdienst in Parkstein nicht ganz aufhöre, richtete man im Mesnerhaus (ehemaligen Schul- und Pfarrhaus) einen Betsaal ein, der am 15.11.1903 unter großer Anteilnahme der evangelischen Bevölkerung aus nah und fern von Dekan Trenkle aus Weiden im Beisein von Pfarrer Scherzer von Neunkirchen und Pfarrer Pfeifer von Thumsenreuth eingeweiht wurde.(Pfarrarchiv Wildenreuth 196a)
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fanden ungefähr vier bis sechs Mal pro Jahr Gottesdienste im Betsaal statt. (33)

1904

Die Erwähnung eines wieder von beiden Konfessionen genutzten Gebäudes geschieht nur einmal, 1904, als die Installation des neuen Pfarrers – Johann Mühlfenzl – von Dechant Kutschenreiter von Sulzbach berichtet wird. Er schreibt: „Die wenigen Protestanten (in Parkstein 4) haben einen Betsaal mit Glockenthürmchen, der über dem Stall des katholischen Pfarrers erbaut ist, wie mir gesagt wurde.“ (32)

1972 – 1986

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte der evangelischen Gemeinde in Parkstein brach an, als mit der Entstehung einer neuen Siedlung die Zahl der Evangelischen in Parkstein sprunghaft auf ungefähr 170 Personen stieg. Der alte Betsaal genügte zwar weiterhin als Versammlungsstätte, doch waren die engen Räumlichkeiten und die schwierige Ortlage kaum den Anforderungen moderner Gemeindeaufbauarbeit gewachsen.
1984 konnte die Genehmigung zum Bau eines kleinen Gemeindezentrums erzielt werden. Die Einweihung fand am 14. September 1986 statt. (47)

1985

Ab 1985 bemühte sich die Kath. Kirchenverwaltung Parkstein um den Kauf des ehemaligen evangelischen Pfarrhauses in Parkstein, Kapuzinerweg 6, Wohnhaus, Nebengebäude, Hofraum, Garten zu 0,0570 ha.
Der Keller wurde seit jeher vom römisch-katholischen Pfarrer genutzt.

1986

beschloss die Kath. Kirchenverwaltung Parkstein den Kauf dieses Hauses.
Der evangelischen Kirche wurde ein Nutzungsrecht für den Betsaal bis zu Fertigstellung der neuen Kirche eingeräumt. Danach wurde es weitervermietet.

2004

Im Jahr 2004 nahm die Kath. Kirchenstiftung Parkstein die Generalsanierung des ehemaligen evangelischen Betsaales in Angriff.
Das Ensemble Pfarrkirche Sankt Pankratius, Pfarrhof, Pfarr- und Jugendheim und ehemaliger evangelischer Betsaal bildete den alten Ortskern. In den vergangenen Jahren wurden Kirche und Pfarrhof saniert, sowie das Forsthaus zum Pfarr- und Jugendheim umgebaut.
Die Kirchenstiftung beauftragte den Parksteiner Architekten Josef Schöberl mit der Planung. Er stellte fest, dass der Verfall der Bausubstanz nur mit einer umfassenden Generalsanierung mit anschließender Neunutzung gestoppt werden kann.
Die vor rund 50 Jahren vorgenommenen Anbauten werden zurückgenommen, das Haus in seine ursprüngliche Form zurückversetzt. Alte Bohlendecken, so genannte „Römerdecken“, und Wandbemalungen traten zum Vorschein. Fenster- und Türgewände sollen erhalten bleiben.
Der Marktrat beschloss, im Zuge der Sanierung der Kapuzinergasse den neuen Zugang zum Betsaal mit zu verwirklichen. Auch der Abbruch der Werkstattgebäude und die Errichtung der notwendigen Stützmauern, der Nordzugang zum Pfarrhof mit Behinderteneingang, sowie der Rückbau der Stützmauer an der Kapuzinergasse mit Abbruch des Treppenaufgangs zum Betsaal werden in diesem Zuge angepackt.

2004 September:

Nach dem Rückbau der vor rund 50 Jahren vorgenommenen Anbauten lässt sich wieder die ursprüngliche Form des Gebäudes erkennen.
Der vorhandene historische Dachstuhl zeigte viel größerer Schäden als ursprünglich angenommen. Daher musste er total erneuert werden. Auch die Holzkonstruktion des kleinen Glockenturmes, der nach dem Willen des Landesamtes für Denkmalschutz unbedingt erhalten bleiben musste, war sanierungsbedürftig. Der marode Außenputz musste vollständig abgeschlagen werden.
Ganz besonders freut es den planenden Architekten, dass es gelungen sei, die im Hauptraum zu Tage geförderten, uralten verzierten Bohlendecken zu sanieren und wieder einzubringen. Diese Decke verleihe dem Raum eine besondere anheimelnde Atmosphäre. „Das sind wir auch unseren Vätern schuldig, die gute Handwerker waren und schon einiges vom Bauen verstanden haben“ fügt Schöberl an.

Kapuzinerhaus

2005

Nach eineinhalbjähriger Bauzeit war erkennbar, dass die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen als auch die Arbeiten auf dem Vorplatz eindrucksvoll gelungen sind. Durch einen besonders feinen hellgrauen Putz fügt sich das Haus mit dem roten Biberschwanzdach in das Ensemble von Pfarrkirche, Pfarrhof sowie Pfarr- und Jugendheim ein. Mit schöner Gestaltung des Türmchens auf der Giebelseite wurde der Forderung des Denkmalschutzes zum Erhalt Rechnung getragen.

  • Kapuzinerhaus

Dem mit der Planung und Bauüberwachung beauftragten Parksteiner Architekt Diplomingenieur Josef Schöberl ist es gelungen, helle und freundliche Räume zu schaffen und bewusst historische und moderne Bauteile miteinander zu verbinden, wie zum Beispiel eine Stahltreppe mit Holzauftritten.

Das Prunkstück ist der ehemalige Betsaal. Durch den Erhalt der alten Bohlendecke, einer so genannten `Römerdecke´ und der Verlegung eines Parkettbodens strahlt der Raum Würde aus. „Ich bin stolz drauf, dass ich die rund 250 Jahre alte Bohlendecke erhalten konnte“, so der Architekt.

Bei der Gestaltung hatte Schöberl auch an ältere Leute gedacht, welche die Räume besuchen. Im Mittelpunkt des Vorplatzes wurde ein kleiner Rastplatz mit zwei Bänken eingerichtet, der von einer Hecke umschlossen wird.

Kapuzinerhaus

Bei der Betrachtung der Details im sanierten Haus, sowie der Außenanlagen fällt auf, dass der Architekt mit Herzblut ein weiteres Kleinod geplant und mit dem Bauunternehmen Reim aus Schirmitz und dem Garten- und Landschaftsbauunternehmen Diplomingenieur Josef Hausner aus Parkstein geschaffen hat.

September 2006

Segnung des „Kapuzinerhauses“ als einem Ort der Begegnung:
Wichtig war Pfarrer Jakob Eder, „dass mit dem vielen Geld eine Stätte der Begegnung für die geschaffen wurde, die sich suchen und sich zu dem treffen, dem es über 80 Jahre gedient hat, zum Beten.“ Ebenso kündigte er die Bildung eines Seniorenkreises an, der sich regelmäßig treffen werde.

Architekt Diplomingenieur Josef Schöberl sprach „von einem denkwürdigen Tag“ für die katholischen wie evangelischen Christen. Schließlich werde eines der geschichtsträchtigsten Gebäude Parksteins gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Pfarrer Thomas Schertel von der evangelischen Gemeinde Wildenreuth erinnerte an die abwechslungsreiche Geschichte des Hauses. Er wünschte Gottes Segen und der Pfarrgemeinde, dass das Haus immer mit Leben erfüllt sein möge. Dann erbat Pfarrer Jakob Eder den Segen Gottes für das Haus und alle, die darin ein- und ausgingen.

http://www.oberpfalz-luftbild.de/parkstein.htm
Kapuzinerhaus mit Pfarrhof

Quellenangaben

Eine zusammenfassende Liste aller Quellenangaben - in Klammer stehende Ziffern z.B. (3) - finden Sie in unserem Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterQuellenverzeichnis.