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Pfarrkirche St. Pankratius

http://www.oberpfalz-luftbild.de/parkstein.htm

1638

1638 erwirbt der Marktmagistrat für 145 Gulden (fl.) ein großes Haus in der Mitte des Marktes. In dem früheren Gasthaus werden die Zwischendecken und -wände entfernt und nach „Herausnahme des inneren Gebäudes mit einem hölzernen Plafond und einem Altar versehen.“ Das Gotteshaus hatte also nur einen Altar und es soll sich auch sonst um ein sehr armseliges Gebäude gehandelt haben. Zum Bau einer neuen, geräumigen Kirche und zur großzügigen Ausstattung derselben war die durch den Krieg stark dezimierte und völlig verarmte Bevölkerung nicht in der Lage. Die Behelfskirche wird im Auftrag und mit Zustimmung des Bischofs vom ehrwürdigen Jesuitenpater August Oswald am dritten Sonntag nach Pfingsten, dem 13. Juni 1638, eingeweiht. An diesem Tag feiert man dort das erste heilige Meßopfer. Diesen Tag betrachtet man bis jetzt als Kirchweihtag. Bis heute steht die katholische Pfarrkirche an diesem Ort.

 

Pfarrkirche St. Pankratius

1788 - 1789

Da bei der inzwischen immer größer werdenden Seelenzahl der Pfarrei Parkstein die Pfarrkirche zu klein wird und überdies auch sehr baufällig ist, schreitet man zur Erbauung des jetzigen neuen Gotteshauses.
In den Jahren 1788 bis 1789 erfolgt der endgültige Abbruch der Kirche. Nur die späteren Kirchenanbauten wie Turm und Sakristei bleiben erhalten. An den verhältnismäßig niedrigen Turm und die Sakristei wird ein geräumiges Kirchenschiff angebaut.
Durch Anleihe einiger Kapitalien und durch Kirchen-Kollekten, wobei die in Altbayern unternommenen die beträchtlichsten waren, bringt man das Werk zur Vollendung.  

 

1960

1929, 1960-1963, 1971, 1975, 1988 und von 1996-2000 wird die Pfarrkirche jeweils entweder innen oder außen restauriert.

Pfarrkirche St. Pankratius; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl

Von 1960 – 1962 werden der Turm der Pfarrkirche St. Pankratius (Erhöhung auf 22 Meter) und die Sakristei neu erbaut.

 

 

 

 

2007

Am Montag, 23. April 2007, beginnt die vollständige Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Pankratius, die am Samstag, 1. Dezember 2007, abgeschlossen wird.

 

Pfarrkirche St. Pankratius; Bild Bernd Stengl, design B71

Kirchenraum

Der Kirchenraum mit 300 Sitzplätzen ist überwiegend von Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterbarocken Elementen geprägt.

Die Decke mit dem geschweiften Rahmenwerk ruht auf gekuppelten Pilastern (Wandpfeilern).

Hochaltar; Bild Bernd Stengl, design B71

 

Vorne im eingezogenen quadratischen Chor mit Flachkuppel auf Pendentifs (archit. Gewölbezwickel) befindet sich der viersäulige Hochaltar – ein Barockbau mit Überarbeitung – er stammt wohl aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts: den Chor eng ausfüllend, mit vier Säulen und seitlichen Durchgängen. Für 350 Gulden (fl) wurde er 1789 vom damaligen Zisterzienserkloster Walderbach am Fluss Regen gekauft.

Altarbild Hl. Pankratius; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl

 

 

Das Altarbild zeigt den Schutzpatron von Pfarrkirche und Pfarrei - den Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterHl. Pankratius - einen Märtyrer aus der Zeit des Diokletian. In der linken unteren Ecke erkennt man den Ort Parkstein. Das Altarbild stammt aus neuerer Zeit.

Hl. Nikolaus; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Hl. Nikolaus
Hl. Servatius; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Hl. Servatius

 

Die beiden Seitenfiguren -
links der heilige Nikolaus von MyraÖffnet einen externen Link in einem neuen Fenster (165 cm), dargestellt als Bischof mit Buch und drei goldenen Äpfeln,
rechts der heilige ServatiusÖffnet einen externen Link in einem neuen Fenster (160 cm), dargestellt als Bischof mit Schlüssel –
stammen vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.

Kreuz mit Maria Magdalena; Bild Bernd Stengl, design B71

 

 

 

 

 

 

 

1957 wird von Ludwig Vogl von der Werkstätte für kirchliche Kunst in Regensburg ein neuer Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTabernakel gefertigt.

 

Kreuz mit Maria Magdalena; Bild Bernd Stengl, design B71

 

 

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterMaria Magdalena
kniet unter dem Kreuz 

 

 

Im Chor links ist auf einem eingemauerten Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEpitaph (Quarz, Höhe 1.90m, Breite 1.15 m; bessere Handwerksarbeit) der Parksteiner Landrichter Philipp de Marsin auf Gröblitz dargestellt (1638).

  • Epitaph Philipp de Marsin; Bild Wolfgang Dütsch
  • Epitaph Philipp de Marsin; Bild Bernd Stengl, design B71

Umschrift:
Den 30. Decembris AO 1638 ist in Gott entschlafen der wol Edl und Gestrenge Herr Philips de Marsin uff Gröblitz. Fürstl. Durchl. Pfalzneuburgischer Rath. Mundschenck bestalter Rittmaister, dann Landrichter und Pfleger des Gemeinschaftlichen Ampts Parckstein und Weiden. Dessen seel Gott gnädig sein wolle Amen. Seines Alters 65 Jahr. Der Ritter kniet gerüstet vor dem Kruzifix, den Rosenkranz in Händen.

Vesperstuhl um 1740; Bild Bernd Stengl, design B71

 

 

Davor steht der Priestersitz – ein geschnitzter Vesperstuhl - um 1740 angefertigt

 

 

Die beiden Seitenaltäre, konkave Säulen-Pilaster-Aufbauten mit dramatisch agierenden Seitenfiguren, sind spätes 18. Jahrhundert - eine Mischung von Startet den Datei-DownloadRokoko und Startet den Datei-DownloadKlassizismus.

Marien-Altar; Bild Bernd Stengl, design B71

Der Liebfrauenaltar, der 1674 im Zusammenhang mit der Einführung der Rosenkranzbruderschaft errichtet worden war, wurde bereits 1702 durch einen neuen Marien-Altar (95 fl.) ersetzt. (Die Edelfrau Anna Katharina von Haberland, geb. von Podewils, gab dazu 75 fl.) Das Marienbild soll nach dem
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterGnadenbild von Passau (= Maria-Hilf) gestaltet sein.

 

 

 

Hl. Joachim; Bild Bernd Stengl, design B71
Hl. Joachim
Hl. Anna; Bild Bernd Stengl, design B71
Hl. Anna

 

 

Die Figuren der Eltern von Maria,–
der heilige Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterJoachim  (barock, 120 cm), dargestellt mit Hirtenstab, Altem Testament und zwei Tauben und
die heilige Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterAnna (barock, 120 cm), dargestellt mit Altem Testament,
stehen zu Seiten des Marienbildes.

 

  • Hl. Herz Jesu; Bild Bernd Stengl, design B71
  • Hl. Herz Mariä; Bild Bernd Stengl, design B71

 

Im unteren Teil des Marienaltares sehen wir zwei ansprechende kleine Gemälde: Hl. Herz Jesu und Hl. Herz Mariae

Taufstein mit Osterkerze 2008; Bild Ingrid Riebl

 

Vor dem Marienaltar, am Aufgang zum Altarraum, steht der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTaufstein - dahinter die Osterkerze. Der Taufstein aus gelbem Juramarmor wurde im Dezember 2000 aufgestellt, gefertigt von Steinhauer und Goldschmied Paul Schinner aus Nabburg nach den Vorstellungen von Geistlichem Rat Leonhard Schinner. Die Gesamthöhe des „Kelches“ beträgt 90cm, die Fußhöhe 52cm und der Fußdurchmesser 40cm. Der Beckendurchmesser misst 66cm. Eingelassen darin ist eine Taufschale aus hochwertigstem Edelstahl, die mit einem Bronzedeckel abgedeckt ist. Mit Ausnahme der Mulde für die Taufschale sind alle Flächen des Steines geschliffen.

 

Antonius-Altar; Bild Bernd Stengl, design B71

 

 

 

Im Jahr 1702 stiftete Frau Oberstin von Weveld den Altar des Hl. Antonius von Padua für die Pfarrkirche St. Pankratius, welcher 100 fl. kostete. Das Gemälde zeigt einen großen Heiligen des Franziskanerordens - Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterAntonius von Padua mit dem Jesuskind

 

Hl. Rochus; Bild Bernd Stengl, design B71
Hl. Rochus
Hl. Florianv
Hl. Florian


Eingerahmt wird das Bild
auf der linken Seite von der Figur des heiligen Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterRochus (barock, 115 cm), dargestellt mit Pilgergewand, Pilgerstab und Pestbeule am Bein;
auf der rechten Seite von der Figur des heiligen Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFlorian, des Schutzpatrons der Feuerwehr (barock, 125 cm), dargestellt als römischer Soldat mit Wasserbottich, Lanze und brennendem Gebäude.

 

 

 

Hl. Felix v. Cantalice; Bild Bernd Stengl, design B71
Hl. Felix v. Cantalice

 

 

Im rechten unteren Teil des Antoniusaltares sehen wir das Bildnis des heiligen Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFelix von Cantalice, eines Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterKapuzinerbruders, der schon zu Lebzeiten "Bruder Deo gratias" genannt wurde.

 

Startet den Datei-DownloadGruft in der Pfarrkirche: 

Der Zugang zur unterirdischen Grabkammer befindet sich im vorgelagerten Umfeld des linken Seitenaltars in etwa auf der Höhe des Kanzelaufstiegs.

 

 

 

Kanzel; Bild Bernd Stengl, design B71

 

Die schöne Startet den Datei-DownloadRokoko-Kanzel aus dem Jahr 1753
- die originale Fassung ist erhalten -
aus der ehemaligen Wallfahrtskirche auf dem Barbaraberg
(einem Bau des nahen Prämonstratenserklosters Speinshart)(Mörtl, Adolf, in 850 Jahre Prämonstratenserabtei Speinshart Ausstellungskatalog, Regensburg 1996, Seite 64)

kam um 1803 nach Parkstein:
(Hartig, Dr. Michael, in Schnell Kunstführer Nr. 557, Seite 15, siebte Auflage von 1975)

Sehr reiches, effektvolles Rokokowerk mit Putten und geschnitzten Reliefs.
Der Korpus wurde von dem Speinsharter Klosterschreiner Jakob Steinl gestaltet. 

Kanzel: Moses; Bild Bernd Stengl, design B71

 

 

Auf dem Schalldeckel steht Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterMoses (barock, 125 cm), dargestellt mit Stab und den Gesetzestafeln mit den 10 Geboten.

Die christologischen farbig gefaßten Reliefs an der Kanzel wurden von Christoph Langer aus Eger geschnitzt.

Sie zeigen: 

`Sämann´ 

`der reiche Fischfang´

`Übertragung des Primats an Petrus´ ("Weide meine Lämmer ...");

an der Rückwand der Kanzel `die Taufe Jesu´.

Sämann; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Sämann
Fischfang; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Fischfang
Primat; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Primat
Taufe Christi; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl
Taufe Jesu
Kreuz mit Muttergottes; Bild Ingrid Riebl

 

 

Der Kanzel gegenüber, an der rechten Seitenwand, dominiert ein barockes Wandkreuz (270/110 cm, Christus 110 cm). Unter dem Kreuz steht die Schmerzensmutter Maria
(barock, 90 cm).

Bis 1975 schmückte die Wände der Pfarrkirche Sankt Pankratius ein alter, ehrwürdiger Kreuzweg. An diesen wahrscheinlich aus den Jahren 1789/90, wenn nicht aus noch früherer Zeit stammenden, vielleicht schon in der Vorgängerkirche hängenden Bildtafeln von 90 auf 70 cm Größe hatte der Zahn der Zeit genagt. Daraufhin hatte der Pfarrgemeinderat 1975 beschlossen, diesen Kreuzweg durch einen gegenüber einer Restaurierung viel günstigeren neuen zu ersetzen. Seit dieser Zeit ruhten die alten Bildtafeln in der oberen Sakristei.

Im Jahr 2006 restaurierte die Firma Rudolf Eis aus Regensburg-Lappersdorf die Bildtafeln – die Kosten von insgesamt 23.800,00 € wurden durch Spenden der Pfarrmitglieder finanziert.
Seit Beginn der Fastenzeit 2006 erstrahlt der Kreuzweg in neuem Glanz und die Pfarrangehörigen von Parkstein können den Kreuzweg nun beten in Verbundenheit mit den Generationen vor ihnen. 

Station 1; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 1
Station 2; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 2
Station 3; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 3
Station 4; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 4
Station 5; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 5
Station 6; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 6
Station 7; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 7
Station 8; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 8
Station 9; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 9
Station 10; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 10
Station 11; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 11
Station 12; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 12
Station 13; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 13
Station 14; Bild Restaurationsfirma Eis, Lappersdorf
Station 14

Startet den Datei-DownloadRokoko-Stuhlwangen
Die schöngeschnitzten Stuhlwangen stammen aus der Zeit zwischen 1788 und 1789, also aus dem Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. So sind die Stuhlwangen noch schönes spätes Rokoko mit Ranken.

  • Rokoko-Stuhlwangen; Bild Bernd Stengl, design B71
  • Rokoko-Stuhlwangen; Bild Bernd Stengl, design B71
Beichtstuhl barock; Bild Ingrid Riebl

 

 

Die beiden Beichtstühle an der Süd- und Nordseite stammen aus der Barockzeit. 1986 wurde der Beichtstuhl auf der Südseite umgebaut und vergrößert, die barocke Front blieb aber  erhalten.

 

 

 

 

Im hinteren Teil der Pfarrkirche brennen Kerzen unter der spätgotischen Figur der Muttergottes (115 cm) mit dem Jesuskind.

  • Muttergottesstatue spätgotisch; Bild Richard Trescher
  • Muttergottesstatue spätgotisch; Bild Ingrid Riebl

 

 

 

Ein Relikt aus vergangener Zeit sind die Kirchenstuhlschilder, die sogenannten `Sitz-Täfelchen´, von denen noch einige auf der Empore erhalten geblieben sind.

  • Sitztäfelchen; Bild Bernd Stengl, design B71
  • ; Bild Bernd Stengl, design B71
  • Sitztäfelchen; Bild Wolfgang Dütsch
  • Sitztäfelchen; Bild Wolfgang Dütsch

Die Entstehung dieser Kirchenstuhlschilder dürfte wohl auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Graf Montgelas, der berühmte bayerische Innenminister selbst, hat eine Verordnung erlassen, welche die Verleihung, Bezahlung und bauliche Erhaltung der Kirchenstühle regeln sollte. Ein wichtiger Grund für eine solche Verordnung war die Einhaltung der notwendigen Ruhe und Ordnung vor und während eines Gottesdienstes. Mit den fest zugewiesenen, namentlich gekennzeichneten Plätzen wollte man vermeiden, dass es zu lautstarken und womöglich handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Gläubigen kam.

Ein, wie es scheint, noch wichtigerer Grund für die Kirchenstuhlschilder war aber die Tatsache, dass sich die Kirchen früher durch eigene Einnahmen erhalten mussten. Um einen Platz zu bekommen, mussten die Kirchengänger also jährlich einen bestimmten Betrag an die Kirche leisten. Obwohl aus dem Besitz einer Kirchenstuhltafel kein rechtlicher Anspruch auf den Sitzplatz abzuleiten war, wurde die Sitzordnung in den allermeisten Fällen peinlichst eingehalten. Je honoriger ein Mitbürger war, der Bürgermeister zum Beispiel, desto näher zum Altar wurde ihm ein Platz „zugewiesen“. Die Verteilung der Plätze lag in den Händen des Pfarrgemeinderates oder des zuständigen Pfarrers.

Die Kirchenstuhlverordnung von Waging ist uns erhalten geblieben: Die Verleihung durfte nur durch den jeweiligen Pfarrer erfolgen, wobei jedes Familienmitglied einen eigenen Platz lösen musste. Wenn ein zugewiesener Platz einmal nicht eingenommen werden konnte, durfte er anderen aber nicht vorenthalten werden. Verboten war der Handel mit Sitzplätzen, der Tausch oder die Untervermietung. Für einen zugewiesenen Sitzplatz musste ein jährliches Stuhlgeld entrichtet werden, dessen Höhe sich nach dem jeweiligen Sichtfeld richtete. Man erzählt sich, dass ein Platz mit freier Sicht zum Altar 42 Pfennige kostete, jeder andere Platz in den Seitenschiffen und auf den ersten Reihen der Empore 30 Pfennige und alle anderen 20 Pfennige. (Herbert H. Kölbl, Altbayerische Heimatpost Nr. 3-2008)

 

Am 24. September 1995 wurde die neue Orgel der Pfarrkirche von Bischof Manfred Müller eingeweiht. 

Empore mit Orgel; Bild Architekt Josef Schöberl

Orgelbaumeister Michael Weise, Orgelbau Plattling, Bayern:

„Die neue Orgel steht nun fertig montiert, fein intoniert und gestimmt auf der Sängerempore des Kirchenraums. Man sieht ihr von außen kaum noch die lange Zeit der sorgfältigen Planung, der wohlüberlegten Auswahl der Disposition durch den Orgelsachverständigen Norbert Düchtel (amtlicher Orgelsachverständiger der Diözese Regensburg), das Aussuchen und Bereitstellen erlesenen Materials, die handwerkluch notwendige Klein- und Kleinstarbeit der Orgelbauer, Gehäuseschreiner, Kirchenmaler, sowie letztendlich das diffisile Intonieren und einstimmen jeder einzelnen Pfeife auf Klangfarbe, Raum und Hall an. Bei dem neuerbauten Instrument in Parkstein handelt es sich um eine vollmechanische Schleifladenorgel mit 15 Registern, verteilt auf 2 Manuale und Pedal.

Im freistehenden Spieltisch wie auch in der Orgel wurde größter Wert auf gediegenes Material gelegt, wobei etwa 8 Kubikmeter bestes, langjährig getrocknetes Fichtenholz und Spessart-Eiche für das Gehäuse, die Windladen und Holzpfeifen sowie feines Zedernholz für die Spieltraktur, Grenadill und Ahorn für die Klaviaturen verarbeitet wurde.

Die Metallpfeifen wurden ebenfalls in reiner Handarbeit aus gegossenen Platten in Zinn-Blei-Legierungen in 55% Naturguss – bis 85% Zinn für die Prinzipale gefertigt.
Insgesamt umfasst das Werk 906 Pfeifen aus Holz und Metall, von denen die längste 2800 mm und der kleinste Pfeifenkörper 8 mm misst.“

 

 

 

Kirchenumfeld

Den Vorplatz der Kirche schmückt das Missionskreuz.

Missionskreuz; Bild Ingrid Riebl
Kirchenmauer mit Epitaphen; Bild Wolfgang Dütsch

 

Fünf der 1963 aus dem Innenraum der Kirche entfernten Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEpitaphe (Grabplatten) werden im Jahr 1971 an der neu gestalteten Kirchhofmauer angebracht.

1. Epitaph; Bild Wolfgang Dütsch
1. Epitaph

1. Epitaph

VIX VOTO DATUS; FATO RAPIOR IUDAS NUNC SEMPER AUGUSTUS IN PACE DIVINA IUDAS AUGUSTUS GODEFRIDUS L:B: DE WEVELT; NATUS XIIII DIE OCTOBRIS OBYIT XVII NOVEMBRIS ANNO M.DC.L.XVII       

Kaum nach Wunsch gegeben, werde ich vom Schicksal geraubt. Judas August, jetzt immer im göttlichen Frieden. Judas Augustus Gottfried, Freiherr von Weveld, geboren am 12. Oktober, er starb am 17. November im Jahr 1667.

1667 November 18. (Sterbematrikel)
Mortuus est et ab eodem (=Pater Athanasius Dilinganus Capucinus) sepultus Judas Augustus Godefridus, filius perillustris ac generosi Domini Baronis Joannis Simonis liberi Baronis de Weveld et Julianae Margaretae Montane uxoris eius.
Übersetzung:
Verstorben ist und begraben wurde vom Kapuzinerpater Athanasius aus Dilingen Judas Augustus Gottfried, Sohn des erlauchten und edlen Herrn Barons Johann Simoni Freiherrn von Weveld und seiner Gattin Juliana Margarete Montana.
BZA Rgb. Pfarrei Parkstein, Bd 3/3 S. 28 *

2. Epitaph; Bild Wolfgang Dütsch
2. Epitaph

2. Epitaph

+ 18. April 1744
Sepulta est – Cathar. Ludmil. Bar de Weveld nata – Comitissa de Wrschowetz Vidua Filia – Christoph Car. Com de Wrschowetz – Sekerka et Eleon. Cathar. de Geldenwig – Neptis – Friderici Com de Wrschowetz et Iulian – Schlick Comitis de Passan et Weiskirch – nec non Ioan Georg de Gelderwig et Annae – Cathar. Comitis de Wrschowetz – R.I.P.

Begraben ist Katharina Ludmilla von Weveld, geb. Gräfin von Wrschowetz, Witwe, Tochter des Christoph Karl Graf von Wrschowetz Sekerka und der Eleonora Katharina von Geldenwig, Enkelin des Friedrich von Wrschowetz und der Juliane Schlick Gräfin von Pasan und Weiskirch und des Johann Georg von Geldenwig und der Anna Katharina Gräfin von Wrschowetz, gest. 18. April 1744

3. Epitaph; Bild Wolfgang Dütsch
3. Epitaph

3. Epitaph
(früher am Triumphbogen rechts)


Maria Sophia von Grafenstein, geb. von Hötzendorf auf Gemündt, Landrichterin, geb. 17. Sept. 1746, gest. 23. Sept. 1773

Hier liegt hochwohl gebohrne Frau Maria Sophia v. Grafenstein, gebohrene v. Hözendorf auf Gmündt gewesene Landrichterin von Parkstein u. Weyden, gebohren de 17. Sept. 1746, gest. de 23. Sept. 1773
Der frömesten Christin - Der getreuesten Gattin – Der besten Muetter – Ewige Ruhe und Seelligkeit
        
1773 September 23. (Sterbematrikel)
Sepelivit Pater Cresentianus Parckstanii Mariam Sophiam Amaliam de Graffenstein natam de Hetzendorff (?), gratiosam Domini Joannis Georgii de Graffenstein a Gänles dynaste huiuatis conjugem, aetatis 27 annorum, omnibus moribundorum sanctis sacramentis praemunitam, quae sepulta est ad cornu epistolae altaris maioris.
Übersetzung:
Bestattet hat Pater Creszenz in Parkstein Maria Sophia Amalie von Grafenstein, geborene von Hötzendorf, die edle Gattin des Herrn Johann Georg von Grafenstein zu Gänlas dieses Herrn. Sie starb im Alter von 27 Jahren, vorher gestärkt mit allen heiligen Sterbesakramenten, und wurde begraben an der Epistelseite des Hochaltars.

Epitaph (Grabstein); Bild Wolfgang Dütsch
4. Epitaph

4. Epitaph
(früher im Kirchenschiff)


Margaretha Julia von Weveld, Gemahlin des Joh. Sigmund v. Weveld, Tochter des Joh. Hub. von Bleumann und der Marg. Anna von Wyhe gest. 14. Oct. 1704

HIC QUIESCIT: MARG: IULIA: BARON: DE WEVELD UXOR SIM: L: B: DE WEVELD FILIA IOAN: HUB: B: DE BLEUMANN ET MARG: ANNAE DE WYHE DEPOSITA 14. OCT. 1704 R.I.P.
Hier ruht Margarethe Julia Baronin von Weveld Gattin des Simon Barons von Weveld Tochter des Johann Hubert Barons von Bleumann und der Margarethe Anna von Wyhe
Begraben am 14. Oktober 1704 Sie ruhe in Frieden

1704 Oktobris 14. (Sterbematrikel)
Depositus fuit partu gratiosa Domina Margaritha Juliana de Weveldt 66 annorum vidua. (Von anderer Hand: mit 66 Jahren verstorben.)
Übersetzung:
Bestattet wurde am 14. Oktober 1704 die von Geburt vornehme Frau Margarethe Juliana von Weveld, eine Witwe im Alter von 66 Jahren.

5. Epitaph; Bild Wolfgang Dütsch
5. Epitaph

5. Epitaph
(früher in der Kirche am Triumphbogen links)


HIC lacet IOANNES GEORGIUS STEINMEZ ludex et Diiographus Praefecturae Parcksteinensis, et Weydaviensis, qui Dom: Palatin: Serv: 45 Ann:, Atat: autem erat 71. mortuus. 5 ta FebrI: M:DCC.L.XXI.   

Hier liegt Johann Georg Steinmetz, Richter und ...schreiber des Amtes Parkstein und Weiden, der dem Haus Pfalz 45 Jahre diente, aber im Alter von 71 Jahren am 5. Februar 1771 starb.

 

  

 

 

 

Am 6. September 1970 wurde das renovierte Kriegerdenkmal am neuen Standort neben der Pfarrkirche eingeweiht. Das Mahnmal gedenkt der 49 Gefallenen des Ersten Weltkrieges, sowie 49 Gefallenen, 22 Vermißten und 4 an den Kriegsfolgen in der Heimat Verstorbenen des Zweiten Weltkrieges.

Kriegerdenkmal;Bild Stengl design B71

 

 

 

Pfarrkirche mit Bergkirche auf dem Basaltkegel; Bild Foto und Grafik Bernhard Gerl