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Die Geschichte der Ministranten

Ministrant (Mini) ist die Bezeichnung für einen Altardiener (lateinisch „ministrare“ = „dienen“) in der katholischen Kirche.
Deutschlandweit gibt es schätzungsweise an die 400.000 Ministranten.

Die Voraussetzungen zur Ausübung des Ministrantendienstes sind, dass der Ministrant römisch-katholisch getauft worden ist und die erste hl. Kommunion empfangen hat.

Die Anfänge des Ministrantendienstes

Ministranten haben die Aufgabe, dem Priester im Gottesdienst zu assistieren. Die Wurzeln dieser Tätigkeit gehen bereits in die ersten Jahrhunderte zurück.

Bereits in den Texten des Neuen Testaments ist über die Aufgabenteilung im Gottesdienst zu lesen. Paulus schreibt an die Korinther:

„Wenn ihr zusammenkommt, trägt jeder etwas bei: einer einen Psalm, ein anderer eine Lehre, der dritte eine Offenbarung; einer redet in Zungen, ein anderer deutet es. Alles geschehe so, dass es aufbaut.“ (1 Kor 14,26)

Frühe Texte aus dem zweiten und dritten Jahrhundert berichten von sonntäglichen Mahlfeiern der Gemeinden. Dabei wurden die verschiedenen Aufgaben im Gottesdienst von verschiedenen Diensten übernommen: Der Bischof leitete die Liturgie, die Priester übernahmen die Taufe und assistierten dem Bischof beim Hochgebet, Diakone sorgten für die Austeilung der Agape und übernahmen die Krankensalbung, Lektoren lasen die biblischen Texte.

Die Aufgaben, aus denen später der Dienst der Ministranten hervorgeht, wurden von Akolythen (Altardienern) übernommen. Diese brachten die Gaben zum Altar und halfen dem Priester oder Bischof bei der Eucharistiefeier.

Im 6. Jahrhundert und im beginnenden Mittelalter vertraten die Messdiener die Gemeinde bei den so genannten „Privatmessen“. Dies waren Gottesdienste, die der Priester ohne Gemeinde feierte.

Ministranten in der mittelalterlichen Liturgie   

Ab dem 8. Jahrhundert wurde der Ministrantendienst in der Messe unerlässlich. Es war für Priester üblich, jeden Tag einen Gottesdienst zu feiern. Da dies durch wachsende Priesterzahlen als Feier mit der Gemeinde kaum noch möglich war, kam es zur Einführung der „Privatmessen“, bei denen der Priester allein „die Messe las“. Die Synoden von Mainz (813) und Paris (829) verordneten, dass für die Gültigkeit einer Privatmesse wenigstens ein Ministrant dabei sein musste, der dem Priester zur Hand ging und so die fehlende Gemeinde vertrat.

Gab es in der Frühen Kirche noch eine Aufteilung in verschiedene Dienste (vgl. Niedere Weihe), über die viele Christen aktiv am Gottesdienst beteiligt waren, brachte das Mittelalter eine Reduzierung der Rollen in der Messe: Altardiener blieben die einzigen Mitfeiernden.

Auch in den Gemeindemessen verringerte sich die Teilnahme der Gemeinde: die lateinische Sprache machte den „Laien“ im Gottesdienst ein Mitbeten unmöglich. Hier vertraten die Ministranten die Gemeinde und beteten die lateinischen Antworten auf die Rufe des Priesters. Nicht mehr der Gottesdienst wurde von der Gemeinde mitgebetet, sondern die Gemeinde betete im Gottesdienst, während Priester und Ministranten im Altarraum die Messe feierten. Diese Entwicklung - hin zu einer deutlichen Trennung von Priestern und Laien im Gottesdienst - lässt sich heute an den meisten Kirchenbauten ablesen: die Kirche wurde aufgeteilt in den Chorraum (die Herrenkirche) und den Raum der Gemeinde (die Leutekirche). Später wurden diese Bereiche häufig sogar durch einen Sichtschutz getrennt.

Ministranten waren jahrhundertelang eine Stufe auf dem Weg zum Priesteramt. Das änderte sich auch mit der Neuordnung der liturgischen Dienste durch das Konzil von Trient (1545 - 1563) nic

Ministranten als Vorstufe zum Priesterdienst

Für die Aufgaben der Ministranten als Vertreter der Gemeinde im Altarraum bedurfte es einer besonderen Ausbildung. Seit Beginn des Mittelalters wurden Jungen in Chorschulen aufgenommen, in denen sie für ihren Dienst in der Messe vorbereitet wurden. Diese „Chorknaben“ wurden als potenzieller Priesternachwuchs gesehen. So kam es, dass Ministranten bereits früh in den Stand der Kleriker aufgenommen wurden. Über verschiedene Stufen der „niederen Weihen“ konnten Messdiener über die Weihe zum Subdiakon und zum Diakon dem Priesterberuf näher rücken. Das Idealbild des Ministranten im Mittelalter und bis in die Neuzeit war der „Klerikerministrant“, der sich bereits als Kind und als Jugendlicher auf die Priesterweihe vorbereitete, in die Liturgie eingeführt wurde und Latein lernte.

Das Konzil von Trient in der Mitte des 16. Jahrhunderts behandelte diese Frage, als es die Dienste in der Liturgie neu ordnete. Schließlich legte die Synode von Aix 1585 fest, dass eine schriftliche Erlaubnis des Bischofs nötig war, um als Laie am Altar zu ministrieren. Die Unsicherheit über den Umgang mit Ministranten, die keine Kleriker waren, hielt sich bis ins 19. Jahrhundert, auch wenn die Weisung der Synode von Aix bei weitem nicht überall aufgenommen wurde: selbst der Codex Iuris Canonici (das Kirchenrecht, in dem alle kirchlichen Angelegenheiten geregelt sind) vermied es, sich eindeutig gegen Laienministranten auszusprechen, weil es sie in vielen Gemeinden gab.

1947 schaffte Papst Pius XII. in seiner Enzyklika „Mediator Dei“ Klarheit, indem er erstmals offiziell von „Ministranten“ sprach, die sich nicht im Klerikerstand befanden. Damit war der Grundstein für unsere heutige Form des Ministrantendienstes gelegt, zu dem jeder Jugendliche/jedes Kind Zugang hat.

Ab diesem Jahr entwickelte sich der Ministrantendienst zu seiner heutigen Form: erstmals wurde offiziell von Ministranten gesprochen, die keine Kleriker, d.h. nicht auf dem Weg zum Priesterberuf waren. Allerdings unterschied man noch zwischen „ministri“ („Diener“ = Kleriker) und „Ministranten“ („Dienende“ = Laien). Das Zweite Vatikanische Konzil als Höhepunkt der liturgischen Bewegung des 20. Jahrhunderts wertete den Dienst der Ministranten auf. Sie üben einen „wahrhaft liturgischen Dienst“ (vere ministerium liturgicum) aus und heißen daher heute offiziell gleichfalls „ministri“ (z.B. AEM 2002 Nr. 100). In Anlehnung an die früheren niederen Weihestufen wurden innerhalb des Ministrantendienstes häufig noch die Rangstufen Ceroferar, Akolyth, Thurifer und Lektor mit jeweils verschiedenen Aufgabenbereichen unterschieden. Der Ceroferar trägt Kerzen oder Leuchter, der Akolyth versieht den eigentlichen Altardienst (bringt die Opfergaben zum Altar, läutet zur Wandlung usw.), der Thurifer trägt in feierlichen Gottesdiensten (Hochamt) und bei Prozessionen das Weihrauchfass. Der Lektor trägt die biblischen Lesungen, mit Ausnahme des Evangeliums, vor sowie häufig die Fürbitten.

Für den Dienst erwachsener Männer als Lektor und Akolyth gibt es auch nach dem 2. Vatikanischem Konziel eine besondere kirchliche Beauftragung in liturgischer Form. Hierzulande wird sie in der Regel nur im Rahmen der Ausbildung auf die Weihe zum Diakon und Priester erteilt. Ansonsten werden diese Dienste durch andere Lektoren und die Kommunionhelfer ausgeübt.

Entwicklung zur heutigen Form des Ministrantendienstes

Das Zweite Vatikanische Konzil gab den Weg frei für grundlegende Änderungen im Gottesdienst: die Messe wurde in der jeweiligen Landessprache gefeiert statt in Latein, der Priester feierte zusammen mit der Gemeinde um den Altar herum, statt mit dem Blick zum Allerheiligsten, Liturgie wurde zur Feier der versammelten Gemeinde und verschiedene Dienste und Rollen für die Feier wurden neugeschaffen: Durch den Dienst von Ministranten, Lektoren, Kantoren und Kommunionhelfern sollte deutlich werden: jeder feiert mit.

Ziel dieser Erneuerung war die „volle, bewusste und tätige Teilnahme“ aller am Gottesdienst. Jeder sollte verstehen und mitvollziehen können, was gerade gefeiert wurde.

Ministranten übernehmen in der Liturgie auch stellvertretend für die ganze Gemeinde bestimmte Aufgaben. Wenn Ministranten zur Gabenbereitung Brot und Wein aus der Mitte der Gemeinde zum Altar bringen, zeigen sie, dass die Gemeinde ihre „Gaben“, ihren Alltag, ihre Sorgen und Bitten, ihren Dank und ihre Freude zum Altar mitbringen. Bei den Prozessionen machen Ministranten deutlich, dass wir Menschen „unterwegs“ sind zu Gott. In allen Aufgaben tragen die Ministranten dazu bei, die Bedeutung des Gottesdienstes zu unterstreichen und für ihre Handlungen für die ganze Gemeinde zu tun.

Heute beschränkt sich das Ministrant-Sein nicht mehr nur auf den liturgischen Dienst. Ministranten sind zu einer großen Gemeinschaft innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit gewachsen. Sie treffen sich in Gruppen, fahren auf Lager und Ausflüge, beteiligen sich bei Festen und Veranstaltungen der Pfarrei und prägen so das Bild einer jungen Kirche. Pastoraltheologisch ist dieser Dienst bedeutsam, weil Kinder und Jugendliche aufgabenorientiert an der Liturgie mitwirken, durch entsprechende Ausbildung und Begleitung in der Reflexion ihres Tuns unterstützt Verkündigung und durch entsprechende Gruppen- oder Projektarbeit in ihrem Leben gefördert und begleitet werden (Ministrantenarbeit; Diakonie). Eine zeitgemäße Ministrantenpastoral wird dabei immer an der Lebenswirklichkeit von heutigen Kindern und Jugendlichen ansetzen und so Fehler der Vergangenheit wie eine einseitige Funktionalisierung vermeiden.

Aufgrund der Entwicklung des Ministrantendienstes im Zusammenhang mit der Klerikerausbildung war der Dienst bis in die 70er-Jahre nur männlichen Katholiken vorbehalten. Seit dieser Zeit setzte sich jedoch in vielen Gemeinden der westlichen Welt der Trend durch, für Dienst auch Frauen und Mädchen zuzulassen, ohne dass die jedoch vom Vatikan sanktioniert worden wäre. Spätere Erklärungen stellten jedoch klar, dass der Ortsbischof dies zunächst genehmigen müsse und dass kein Pfarrer gezwungen werden dürfe, Mädchen zum Ministrantendienst zuzulassen. Ministrantinnen sind in Deutschland allerdings fest etabliert; Gemeinden, in denen nur Jungen dienen, sind eine Ausnahme. Dennoch gibt es viele Länder, in denen weibliche Ministranten selten zu finden sind.

Organisationen

In der Gemeinde
Es gibt verschiedene Formen der Organisation der Ministrantenarbeit in der Gemeinde. Meistens übernimmt die Führung eine erwachsene Person. Dabei kann es sich um den Gemeindepfarrer, den Jugendbeauftragten der Gemeinde oder auch ältere Ministranten bzw. den Oberministranten handeln.

Überregional
Die Ministrantenarbeit ist heute nicht nur auf die Ortsgemeinde beschränkt. So gibt es oft Verbünde gemeinsame Veranstaltungen von Ministrantengruppen in einem Dekanat. Diese zeichnen sich durch gemeinsame sportliche Turniere, Ausflüge, Wallfahrten oder Ministrantentage aus.

In den meisten Bistümern gibt es bistumsweite Veranstaltungen. Teilweise unterstützt das Bistum auch durch Stellung von  Personal oder Unterkünften die Ministrantenarbeit im Dekanat. Bistumsübergreifend gibt es jedoch fast keine Ministrantenarbeit. Hier ist nur die Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom, sowie Zentren für Messdiener auf Katholikentagen und dem Weltjugendtag zu erwähnen.

aus: Wikipedia